Mit „Uncharted 4: A Thief’s End“ lieferte Naughty Dog 2016 nicht nur einen der größten PlayStation-Erfolge der vergangenen Generation ab, sondern zugleich den emotionalen Abschluss von Nathan Drakes Geschichte. Mehr als 15 Millionen verkaufte Exemplare später gilt das Action-Abenteuer für viele Fans noch immer als eines der wichtigsten Sony-Spiele überhaupt.
Doch hinter den Kulissen verlief die Entwicklung offenbar deutlich turbulenter, als lange bekannt war. Passend zum zehnten Jubiläum des Spiels sorgt nun ein ausführlicher Deep-Dive des YouTubers Thekempy für neue Aufmerksamkeit. Das fast 90 Minuten lange Video beschäftigt sich mit der frühen Version von „Uncharted 4“, die ursprünglich unter der Leitung von Serien-Schöpferin Amy Hennig entstand – bevor Naughty Dog das Projekt grundlegend neu ausrichtete.
„Die ursprüngliche Story war komplett anders“
Laut Thekempy basiert der Deep-Dive auf jahrelanger Recherche und mehreren internen Quellen. Demnach befand sich Hennigs Version zwischen 2011 und 2014 aktiv in Entwicklung und unterschied sich in vielen Bereichen deutlich vom später veröffentlichten Spiel.
So sollte die Handlung ursprünglich einen anderen Einstieg erhalten. Nach der Gefängnissequenz hätten Nathan Drake, Elena und Sully gemeinsam nach Averys verschollenem Schiffswrack gesucht. Erst später wäre es zu einem großen Gala-Überfall gekommen, bei dem auch Charlie Cutter aus „Uncharted 3“ zurückgekehrt wäre. Die frühe Fassung setzte damit stärker auf das eingespielte Trio und bekannte Figuren der Reihe.
Auch Sams Rolle entwickelte sich im Laufe der Produktion offenbar mehrfach weiter. Während der Bruder von Nathan Drake in der finalen Version zum emotionalen Kern der Geschichte wurde, plante Hennigs Team wohl andere Schwerpunkte für die Figurenkonstellation. Mehrere Ideen verschwanden später komplett aus dem Spiel.
Verworfene Waffen, neue Mechaniken und interne Spannungen
Der Deep-Dive beleuchtet jedoch nicht nur Story-Änderungen. Auch Gameplay-Systeme und Level-Strukturen wurden laut Thekempy massiv überarbeitet. So experimentierte Naughty Dog unter anderem mit alternativen Nahkampfmechaniken und speziellen Waffen. Eine davon erinnerte laut den Recherchen an eine Bola-Waffe, wie sie in einigen südamerikanischen Regionen traditionell genutzt wird.
Zusätzlich verweist Thekempy auf Aussagen des ehemaligen Lighting Directors Gabriel Betancourt. Dieser erklärte kürzlich, dass das Projekt zeitweise intern stark kritisiert worden sei. Laut Betancourt stand die damalige Version von „Uncharted 4“ sogar kurz davor, größere Probleme für das Studio zu verursachen.
Besonders brisant wirken dabei die Aussagen zu Amy Hennigs Abschied von Naughty Dog. Unter Berufung auf mehrere Quellen behauptet Thekempy, dass die Trennung nicht freiwillig erfolgt sei. Stattdessen sollen Führungskräfte die langjährige Autorin und Creative Directorin zunehmend aus dem Projekt gedrängt haben. Offiziell äußerte sich Naughty Dog zu diesen Vorwürfen bislang nicht.
Heute gilt „Uncharted 4“ trotz der komplizierten Entstehungsgeschichte als eines der technisch und erzählerisch stärksten Spiele der PS4-Ära. Der neue Deep-Dive zeigt allerdings, wie viele alternative Ideen und kreative Richtungen hinter dem finalen Abenteuer von Nathan Drake verborgen bleiben.
FAQ zu „Uncharted 4“ und Amy Hennigs ursprünglicher Version
Wer ist Amy Hennig?
Amy Hennig gilt als eine der wichtigsten kreativen Köpfe hinter der „Uncharted“-Reihe und arbeitete viele Jahre bei Naughty Dog.
Warum wurde „Uncharted 4“ überarbeitet?
Laut mehreren Berichten gab es intern Kritik an der frühen Version des Spiels, weshalb Naughty Dog das Projekt neu ausrichtete.
Wer entwickelte die finale Version von „Uncharted 4“?
Nach Hennigs Ausstieg übernahmen Neil Druckmann und Bruce Straley die kreative Leitung.
Was zeigt der neue Deep-Dive von Thekempy?
Das Video analysiert frühe Story-Ideen, Gameplay-Konzepte und Unterschiede zur finalen Version des Spiels.
Welche Figuren spielten ursprünglich eine größere Rolle?
Vor allem Charlie Cutter aus „Uncharted 3“ sollte laut den Recherchen deutlich stärker eingebunden werden.
Gab es Unterschiede beim Gameplay?
Ja. Naughty Dog experimentierte offenbar mit alternativen Waffen, Mechaniken und verändertem Level-Design.
Wie erfolgreich war „Uncharted 4“?
Das Spiel verkaufte sich laut Sony weltweit über 15 Millionen Mal.
Hat Naughty Dog die neuen Vorwürfe kommentiert?
Bislang gibt es keine offizielle Stellungnahme des Studios zu den Aussagen aus dem Deep-Dive.























