
Die Entwicklung von Videospielen bringt für Studios immer wieder die Herausforderung mit sich, ambitionierte Zeitpläne einzuhalten. Wenn wichtige Meilensteine näher rücken, greifen manche Unternehmen auf sogenannte Crunch-Phasen zurück. Dabei arbeiten Entwickler über einen begrenzten Zeitraum länger als üblich. Beim Shooter WARDOGS löst genau dieses Thema eine öffentliche Debatte über die Arbeitsbedingungen beim Entwicklerstudio Bulkhead aus.
CEO Joe Brammer äußert sich nach früheren Aussagen erneut zu den Abläufen. Im Gespräch mit Eurogamer erklärt er, dass das Team im Juni 2026 beim Beta-Build hinter dem Zeitplan liegt. Um den Entwicklungsstand rechtzeitig zu erreichen, schlägt Bulkhead eine zusätzliche Arbeitszeit von zwei Stunden an vier Tagen pro Woche vor. Die Regelung gilt für vier Wochen und umfasst insgesamt 16 Arbeitstage.
Brammer betont, dass die Teilnahme freiwillig erfolgt. Vier Mitarbeiter entscheiden sich nach seinen Angaben gegen die zusätzlichen Stunden. Gleichzeitig erkennt der CEO an, dass eine formale Freiwilligkeit nicht automatisch bedeutet, dass keinerlei Gruppendruck entsteht. Gerade in einem eng verbundenen Team könnten sich Beschäftigte unwohl fühlen, wenn sie nicht mitziehen.
Warum Bulkhead zusätzliche Arbeitsstunden einplant
Als konkreten Grund für die gewählte Arbeitszeit nennt Brammer die technischen Abläufe während der Entwicklung. Durch zwei zusätzliche Stunden pro Arbeitstag kann das Team nach seiner Erklärung einen weiteren Build erstellen, diesen prüfen und schneller Rückmeldungen von der Qualitätssicherung erhalten. Ohne die Verlängerung müsste das Team auf den nächtlichen Build und den nächsten Morgen warten.

Neben der Crunch-Debatte spricht Brammer auch über frühere Arbeitsmodelle bei Bulkhead. Das Studio setzt nach seinen Angaben während rund der Hälfte der Entwicklung von WARDOGS auf eine Vier-Tage-Woche. Zusätzlich erhält das gesamte Team im Dezember einen Monat frei. Die verkürzte Arbeitswoche bringt laut dem CEO deutliche Vorteile, reicht für die weitere Entwicklung des Spiels jedoch nicht dauerhaft aus. Bulkhead benötigt schließlich wieder einen fünften produktiven Arbeitstag und möchte eine Form der Vier-Tage-Woche künftig erneut einführen.
Auch die Diskussion über die Betrachtung öffentlicher Social-Media-Profile bei Bewerbern greift Brammer nochmals auf. Er erklärt gegenüber Eurogamer, dass seine früheren Aussagen die Unternehmenskultur informell beschreiben sollten und kein formales Einstellungsverfahren darstellen. Öffentlich zugängliche Informationen berücksichtige das Studio nach seiner Darstellung im Rahmen der geltenden britischen Arbeits- und Datenschutzgesetze. Private Konten oder verdeckte Prüfungen greife Bulkhead nicht auf.
FAQ zu WARDOGS und der Crunch-Debatte
1. Welches Studio entwickelt WARDOGS? Bulkhead entwickelt den Shooter.
2. Wann findet die beschriebene Crunch-Phase statt? Im Juni 2026 während der Arbeit am Beta-Build.
3. Wie lange dauert die zusätzliche Arbeitsphase? Vier Wochen mit zwei zusätzlichen Stunden von Montag bis Donnerstag.
4. Wie viele Mitarbeiter lehnen die Mehrarbeit ab? Nach Joe Brammers Angaben verzichten vier Mitarbeiter darauf.
5. Ist Crunch bei Bulkhead verpflichtend? Brammer beschreibt die konkrete Phase als freiwillig, räumt aber möglichen sozialen Druck ein.
6. Welche Arbeitszeit testet Bulkhead erneut? Das Studio möchte künftig wieder eine Form der Vier-Tage-Woche einsetzen.
7. Was sagt Brammer zur Prüfung sozialer Medien? Er bezeichnet seine früheren Aussagen als Beschreibung der Unternehmenskultur und verweist auf geltende Datenschutz- und Arbeitsgesetze.






















