Noch vor wenigen Tagen sorgte die überraschende Übernahmeofferte von GameStop für Diskussionen in der Tech- und Gaming-Branche. Der Videospielhändler wollte sich mit einem Schlag deutlich breiter aufstellen und den Online-Marktplatz eBay für rund 55 Milliarden US-Dollar übernehmen.

Die Pläne galten als ungewöhnlich ambitioniert. Schließlich liegt der Börsenwert von GameStop deutlich unter dem von eBay. Trotzdem hofften manche Beobachter auf einen spektakulären Strategiewechsel, mit dem sich GameStop langfristig stärker gegen Konzerne wie Amazon positionieren könnte.

Nun steht allerdings fest: eBay macht bei dem Vorhaben nicht mit.

„Nicht attraktiv genug“: eBay lehnt das Angebot offiziell ab

Wie das Unternehmen jetzt bestätigte, hat der Verwaltungsrat die vorgeschlagene Übernahme nach einer internen Prüfung einstimmig zurückgewiesen. Unterstützung erhielt eBay dabei laut eigener Aussage von externen Finanz- und Rechtsberatern.

Besonders deutlich fiel das Statement von Verwaltungsratschef Paul S. Pressler aus. Nach Angaben des Konzerns habe man erhebliche Zweifel daran gehabt, ob das Angebot überhaupt realistisch finanzierbar sei. Zusätzlich habe die Führung mögliche Risiken für Wachstum und Profitabilität kritisch bewertet.

Damit beendet eBay vorerst die Spekulationen um einen der ungewöhnlichsten Übernahmeversuche der vergangenen Jahre. Vor allem die Größenverhältnisse zwischen beiden Unternehmen hatten zuletzt immer wieder Fragen aufgeworfen.

Während eBay weltweit weiterhin zu den größten Handelsplattformen zählt, befindet sich GameStop seit Jahren in einer umfassenden Umstrukturierung.

GameStop sucht weiter nach einer neuen Zukunft

Unter CEO Ryan Cohen versucht GameStop bereits seit geraumer Zeit, sich neu auszurichten. Neben dem klassischen Videospielgeschäft setzt das Unternehmen inzwischen verstärkt auf Sammelkarten, Retro-Produkte und Community-orientierte Angebote.

eBay verfolgt dagegen längst eine andere Strategie. Der Konzern konzentriert sich zunehmend auf margenstärkere Bereiche wie Sammlerartikel, Luxuswaren, gebrauchte Technik und Autoteile. Genau diese Überschneidungen galten als möglicher Grund für das Interesse von GameStop.

Ob GameStop nach der öffentlichen Absage einen weiteren Versuch startet, bleibt bislang offen. Offiziell äußerte sich das Unternehmen bisher nicht zur Entscheidung von eBay.

Fest steht jedoch: Der gescheiterte Vorstoß zeigt, wie stark sich traditionelle Gaming-Unternehmen aktuell nach neuen Geschäftsmodellen umsehen. Gerade im digitalen Handel und im Sammlermarkt versuchen viele Firmen derzeit, zusätzliche Einnahmequellen abseits klassischer Spieleverkäufe aufzubauen.

FAQ zur abgelehnten eBay-Übernahme durch GameStop

Was wollte GameStop übernehmen?
GameStop plante die Übernahme des Online-Marktplatzes eBay.

Wie hoch war das Angebot?
Das Angebot lag bei rund 55 Milliarden US-Dollar.

Warum lehnte eBay ab?
eBay sprach von Zweifeln an der Finanzierung und an den langfristigen Auswirkungen auf Wachstum und Profitabilität.

Wer äußerte sich offiziell zur Ablehnung?
Verwaltungsratschef Paul S. Pressler bestätigte die Entscheidung in einem offiziellen Statement.

Hat GameStop bereits reagiert?
Bislang gibt es keine öffentliche Stellungnahme des Unternehmens.

Warum galt die Übernahme als ungewöhnlich?
GameStop ist wirtschaftlich deutlich kleiner als eBay.

Welche Strategie verfolgt GameStop aktuell?
Das Unternehmen baut sein Geschäft verstärkt rund um Sammelartikel, Retro-Gaming und Community-Angebote aus.

Plant GameStop einen neuen Übernahmeversuch?
Dazu liegen derzeit keine offiziellen Informationen vor.

play-rounded-fill