
Cheater gehören seit Jahren zu den größten Problemen kompetitiver Multiplayer-Spiele. Besonders in einer Reihe wie „Call of Duty“, in der präzises Schießen und schnelle Reaktionen eine zentrale Rolle spielen, können Programme mit unerlaubten Funktionen das Spielerlebnis erheblich beeinflussen. Activision verfolgt deshalb inzwischen einen zweigleisigen Ansatz: Neben technischen Schutzmaßnahmen nimmt der Publisher zunehmend auch die Anbieter entsprechender Software ins Visier.
Mit „Call of Duty: Modern Warfare 4“ stehen nun weitere Schritte bevor. Das RICOCHET-Team wertet Erkenntnisse aus der Beta aus und bereitet zusätzliche Schutzmechanismen für den Launch vor. Parallel dazu zeigt Activision mit juristischen Verfahren, dass der Kampf gegen Cheat-Anbieter nicht bei Sperren einzelner Accounts enden soll.
„Wenn ihr Cheats entwickelt“: Activision erhöht den Druck
Ein aktuelles Verfahren richtet sich gegen die Verantwortlichen hinter den Cheat-Diensten Zenith und Devware. Nach der Klage haben die Betreiber ihre Angebote nach Angaben von Activision dauerhaft eingestellt und sich zudem bei der Call-of-Duty-Community entschuldigt. Für den Publisher ist das ein Beispiel dafür, wie rechtliche Schritte direkt auf das Geschäftsmodell hinter Cheat-Software abzielen können.
Activision beschränkt sich dabei nicht darauf, einzelne Nutzer aus dem Spiel zu entfernen. Stattdessen sollen Entwickler und Verkäufer der Programme selbst unter Druck geraten. In einer deutlichen Warnung heißt es: „Wenn ihr Cheats entwickelt, empfehle ich dringend, dass ihr jetzt aufhört, sonst wird Activision euch ebenfalls erwischen.“ Die Aussage richtet sich damit ausdrücklich an weitere Anbieter entsprechender Software.
Der Ansatz ist für Activision nicht neu, bekommt mit dem kommenden „Modern Warfare 4“ aber zusätzliche Bedeutung. Cheat-Programme sind längst ein eigenes Geschäftsfeld, bei dem Entwickler ihre Software laufend an neue Erkennungsmethoden anpassen. Für die Betreiber bedeutet das ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Anti-Cheat-Systemen.
RICOCHET bekommt zum Start neue Werkzeuge gegen Wallhacks
Auch technisch arbeitet Activision an weiteren Verbesserungen. Während der beiden Beta-Wochenenden sammelt das RICOCHET-Team Daten aus tatsächlichen Mehrspieler-Partien. Diese Informationen fließen in die Anpassung bestehender Erkennungen und in die Vorbereitung neuer Maßnahmen ein.
Dabei stößt das Team laut Activision auch auf eine unbeabsichtigte Wechselwirkung zwischen verschiedenen Erkennungssystemen. Die betroffenen Accounts werden nach Unternehmensangaben korrigiert und die zugrunde liegende Problematik behoben. Solche Erkenntnisse aus Testphasen sind besonders relevant, weil Anti-Cheat-Systeme nicht nur verdächtiges Verhalten erkennen, sondern dabei möglichst wenige legitime Spieler treffen sollen.
Zum Verkaufsstart von „Call of Duty: Modern Warfare 4“ kommen zusätzliche RICOCHET-Schutzmaßnahmen hinzu. Ein Schwerpunkt liegt darauf, die Informationen einzuschränken, auf die Cheat-Programme zugreifen können. Dadurch soll insbesondere die Funktionsweise von Wallhacks erschwert werden, die Spielern unerlaubte Informationen über Positionen und Bewegungen ihrer Gegner liefern.
FAQ zu Call of Duty: Modern Warfare 4 und RICOCHET
Was unternimmt Activision gegen Cheater in Modern Warfare 4?
Activision kombiniert neue technische RICOCHET-Maßnahmen mit juristischen Schritten gegen Entwickler und Anbieter von Cheat-Software.
Was ist RICOCHET?
RICOCHET ist Activisions Anti-Cheat-System für Call of Duty. Es soll unerlaubte Software erkennen und deren Einfluss auf den Multiplayer begrenzen.
Was sind Wallhacks?
Wallhacks ermöglichen es Cheatern, Informationen über Gegner zu erhalten, die unter normalen Spielbedingungen verborgen bleiben.
Was passiert mit den Cheat-Diensten Zenith und Devware?
Nach einer Klage haben die Betreiber ihre Cheat-Angebote laut Activision dauerhaft eingestellt und sich bei der Community entschuldigt.
Warum geht Activision gegen Cheat-Anbieter juristisch vor?
Der Publisher will nicht nur einzelne Accounts sperren, sondern auch die Entwicklung und den Verkauf der Programme erschweren.
Welche Erkenntnisse liefert die Modern-Warfare-4-Beta?
Das RICOCHET-Team nutzt Daten aus den Testphasen, um Erkennungen anzupassen und technische Probleme zwischen verschiedenen Schutzmechanismen zu beheben.
Was ändert sich zum Launch?
Activision kündigt zusätzliche Schutzmaßnahmen an, die unter anderem den Zugriff von Cheat-Software auf bestimmte Informationen einschränken sollen.
Sind die neuen Maßnahmen nur für PC-Spieler relevant?
Die Ankündigung betrifft den RICOCHET-Schutz von „Call of Duty: Modern Warfare 4“ insgesamt. Welche einzelnen Maßnahmen auf welchen Plattformen greifen, hängt von der jeweiligen technischen Umsetzung ab.





















