Kaum ein Unternehmen hat die Videospielbranche über Jahrzehnte so stark geprägt wie Electronic Arts. Marken wie Battlefield, Die Sims, Need for Speed oder EA Sports FC erreichen jedes Jahr Millionen Spieler weltweit. Nun beginnt für den Publisher ein neues Kapitel: Nach mehr als drei Jahrzehnten an der NASDAQ verabschiedet sich EA von der Börse und wird Teil eines internationalen Investorenkonsortiums.

Die Übernahme war bereits Ende 2025 angekündigt worden und erhielt anschließend die Zustimmung der Aktionäre. Nach Abschluss aller regulatorischen Schritte ist die Transaktion nun offiziell vollzogen. Damit gehört Electronic Arts künftig nicht mehr zu den börsennotierten Unternehmen.

„Ein neues Kapitel“ beginnt für Electronic Arts

Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 55 Milliarden US-Dollar. Die Kontrolle über Electronic Arts übernimmt ein Konsortium aus dem saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), der Investmentgesellschaft Silver Lake sowie Affinity Partners. Den mit Abstand größten Anteil hält künftig der PIF mit rund 93,4 Prozent.

EA-CEO Andrew Wilson bezeichnet den Eigentümerwechsel als Chance für die Zukunft. In der offiziellen Mitteilung erklärt er: „Wir treten in dieses nächste Kapitel aus einer Position der Stärke ein, mit Partnern, die unsere Vision und Ambition teilen.“ Laut Wilson sollen Investitionen in neue Technologien, Spielentwicklung und langfristiges Wachstum beschleunigt werden.

Auch die neuen Eigentümer betonen ihre Zukunftspläne. Silver Lake verweist insbesondere auf den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Spieleentwicklung, während der PIF hervorhebt, Electronic Arts bereits seit mehreren Jahren als Investor begleitet zu haben.

Mehr als ein Eigentümerwechsel – die Branche blickt genau hin

Mit der Übernahme baut Saudi-Arabien seine Position in der Spieleindustrie weiter aus. Der Public Investment Fund hält bereits Beteiligungen an mehreren namhaften Unternehmen der Gaming-Branche und investiert seit Jahren Milliardenbeträge in interaktive Unterhaltung. Die Strategie ist Teil des Programms Vision 2030, mit dem das Land seine Wirtschaft breiter aufstellen und unabhängiger vom Ölgeschäft werden möchte.

Gleichzeitig wird der Deal international aufmerksam beobachtet. Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren die Investitionen Saudi-Arabiens in Sport- und Unterhaltungsunternehmen und sprechen von sogenanntem „Sportswashing“ beziehungsweise „Entertainment-Washing“. Welche Auswirkungen die neuen Eigentümer langfristig auf die Ausrichtung von Electronic Arts und bekannten Marken wie Battlefield, EA Sports FC, Dragon Age oder Die Sims haben werden, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen. Nach offiziellen Angaben soll das bestehende Management seine Arbeit zunächst fortsetzen.

FAQ

Warum verschwindet Electronic Arts von der Börse?
Das Unternehmen wurde vollständig von einem Investorenkonsortium übernommen und ist deshalb nicht mehr an der NASDAQ notiert.

Wie hoch ist der Kaufpreis?
Die Übernahme bewertet Electronic Arts mit rund 55 Milliarden US-Dollar.

Wer ist der neue Mehrheitseigentümer?
Der saudische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) hält rund 93,4 Prozent der Anteile.

Welche bekannten Spielereihen gehören zu EA?
Unter anderem Battlefield, EA Sports FC, Die Sims, Need for Speed, Dragon Age und Apex Legends.

Bleibt Andrew Wilson CEO?
Nach aktuellem Stand bleibt das bestehende Management zunächst im Amt.

Welche Rolle spielt Silver Lake?
Die Investmentgesellschaft beteiligt sich mit rund 5,5 Prozent und möchte unter anderem den Einsatz von KI-Technologien fördern.

Warum investiert Saudi-Arabien verstärkt in Gaming?
Die Investitionen sind Teil der Wirtschaftsstrategie „Vision 2030“, mit der neue Wirtschaftszweige aufgebaut werden sollen.

Hat die Übernahme direkte Auswirkungen auf Spieler?
Kurzfristig wurden keine Änderungen bei Spielen oder Diensten angekündigt. Langfristige Auswirkungen bleiben abzuwarten.

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