In World of Warcraft und Final Fantasy XIV zeigt sich schnell, warum das 12-Tasten-Konzept seit so vielen Jahren funktioniert. Ein großer Teil der eigenen Skill-Leiste kann direkt unter den Daumen wandern – und mit Shift, Ctrl oder Alt vervielfacht sich die Zahl der erreichbaren Befehle nochmals.

Dass dieses Prinzip nicht nur auf dem Papier funktioniert, zeigen auch öffentlich dokumentierte Setups erfahrener Spieler. Der bekannte WoW-Spieler Swifty hat bereits vor Jahren seine Razer-Naga- und Synapse-Konfiguration samt Makros öffentlich vorgestellt. Auch bei PvP-Spieler Pikaboo lässt sich in veröffentlichten Keybind-Analysen erkennen, wie konsequent eine Naga eingesetzt werden kann: Die zwölf Seitentasten entsprechen dort im Grundsatz der Zahlenreihe von 1 bis =, während zusätzliche Befehle über Ctrl- und Alt-Kombinationen entstehen. Einzelne wichtige Fähigkeiten liegen dadurch ebenfalls direkt auf den Daumentasten.

Das zeigt ziemlich gut, warum eine Naga gerade in WoW so mächtig sein kann: Statt beispielsweise 1 bis 12, Ctrl + 1 bis 12 und Alt + 1 bis 12 mit der linken Hand erreichen zu müssen, übernimmt der Daumen einen großen Teil dieser Arbeit. Welche Fähigkeit am Ende auf welcher Taste liegt, bleibt natürlich persönliche Gewohnheit und hängt stark von Klasse und Rolle ab.

In Final Fantasy XIV funktioniert das gleiche Prinzip besonders gut mit den drei Hotbars. Ein auf dem offiziellen Square-Enix-Lodestone veröffentlichtes Naga-Setup verwendet die zwölf Daumentasten für eine komplette Leiste und kombiniert sie anschließend mit Ctrl und Alt, um zwei weitere Hotbars zu erreichen. Dadurch lassen sich theoretisch drei komplette Aktionsleisten bedienen, ohne die linke Hand ständig quer über die Tastatur bewegen zu müssen. Ein anderer öffentlich dokumentierter Aufbau nutzt sogar die seitlichen Scrollradbewegungen für Tab und Shift+Tab und den mittleren Mausklick zum gezielten Anwählen eines Gruppenmitglieds.

Gerade bei Jobs mit vielen Fähigkeiten ist das in FFXIV ausgesprochen praktisch. Die erste Leiste kann beispielsweise direkt auf den zwölf Daumentasten liegen, während dieselben physischen Tasten mit Ctrl oder Alt zwei weitere Leisten ansprechen. Das ist kein erfundenes Muster für unseren Test, sondern eine Konfiguration, die Spieler öffentlich genau so dokumentiert haben.

In League of Legends gefiel uns dagegen das 6-Tasten-Panel besser. Sechs größere Daumentasten lassen sich schneller unterscheiden und wirken für ein MOBA weniger überladen. Dass dieses Konzept grundsätzlich funktioniert, ist kein neuer Gedanke: Razer entwickelte bereits die Naga Hex V2 speziell für MOBAs und ließ sich dabei unter anderem von Lee „Faker“ Sang-hyeok unterstützen. Faker hob damals ausdrücklich hervor, dass zusätzliche Maustasten dabei helfen können, Tastatur- und Mauseingaben besser zu verteilen. Eine öffentlich belegte persönliche Faker-Tastenbelegung existiert allerdings nicht – deshalb möchten wir ihm auch keine erfinden.

Sinnvoll ist in League of Legends deshalb weniger, die gewohnte Q-W-E-R-Steuerung zwanghaft auf die Maus zu verschieben. Zusatztasten bieten sich vielmehr für Funktionen an, die man schnell erreichen möchte, ohne die linke Hand von den Kernfähigkeiten wegzunehmen. Genau welche davon das sind, hängt am Ende stark vom eigenen Spielstil ab.

Auch in Strategiespielen wie Civilization oder Age of Empires macht sich das modulare Konzept bezahlt. Hier lassen sich häufig verwendete Shortcuts oder Steuerungsfunktionen auf das 6-Tasten-Panel legen, während die Tastatur weiterhin für komplexere Eingaben frei bleibt.

Beim 2-Tasten-Panel zeigt sich wiederum, warum zwei gut erreichbare Daumentasten für Shooter oft völlig ausreichen. Ein öffentlich dokumentiertes Beispiel liefert Valorant-Profi TenZ: In seinen aktuellen Keybinds liegen zwei Agenten-Fähigkeiten auf Mouse 4 und Mouse 5, während die übrigen Fähigkeiten auf der Tastatur bleiben. Das ist ein sehr typisches FPS-Prinzip – wichtige Aktionen wandern auf die Maus, ohne die Steuerung unnötig zu überladen.

Genau dafür passt das 2-Tasten-Seitenteil der Naga V3 Pro sehr gut. Man behält zwei schnell erreichbare Zusatztasten unter dem Daumen, ohne in einem hektischen Shooter erst zwischen sechs oder zwölf unterschiedlichen Buttons unterscheiden zu müssen.

Drei Seitenteile, drei völlig unterschiedliche Konzepte

Wie unterschiedlich die drei Panels der Naga eingesetzt werden können, zeigen reale und von Razer selbst dokumentierte Belegungen besonders gut. In MMOs wie Final Fantasy XIV kann das 12-Tasten-Feld eine komplette Hotbar übernehmen. In veröffentlichten Spieler-Setups werden die zwölf Tasten zusätzlich mit Ctrl und Alt kombiniert, wodurch über denselben Daumen theoretisch bis zu 36 unterschiedliche Befehle erreichbar werden.

Razer Naga V3 Pro mit 12-Tasten-Seitenteil
12-Tasten-Panel
Bild: Gamers.plus
Belegungsbeispiel · 12-Tasten-Panel

Final Fantasy XIV: Drei komplette Hotbars unter einem Daumen

Gerade in Final Fantasy XIV zeigt sich sehr schön, warum zwölf Daumentasten nicht zwangsläufig zwölf Funktionen bedeuten müssen. Ein öffentlich dokumentiertes Spieler-Setup verwendet die zwölf Naga-Tasten zunächst für eine komplette Hotbar. Mit Ctrl und Alt werden anschließend zwei weitere Ebenen derselben zwölf Tasten aufgerufen.

Der Daumen bleibt dadurch immer auf demselben Tastenfeld, während die linke Hand lediglich den jeweiligen Modifier gedrückt hält.

Naga-Taste Direkt mit Ctrl mit Alt
1Hotbar 1 · Slot 1Hotbar 2 · Slot 1Hotbar 3 · Slot 1
2Hotbar 1 · Slot 2Hotbar 2 · Slot 2Hotbar 3 · Slot 2
3Hotbar 1 · Slot 3Hotbar 2 · Slot 3Hotbar 3 · Slot 3
4Hotbar 1 · Slot 4Hotbar 2 · Slot 4Hotbar 3 · Slot 4
5Hotbar 1 · Slot 5Hotbar 2 · Slot 5Hotbar 3 · Slot 5
6Hotbar 1 · Slot 6Hotbar 2 · Slot 6Hotbar 3 · Slot 6
7Hotbar 1 · Slot 7Hotbar 2 · Slot 7Hotbar 3 · Slot 7
8Hotbar 1 · Slot 8Hotbar 2 · Slot 8Hotbar 3 · Slot 8
9Hotbar 1 · Slot 9Hotbar 2 · Slot 9Hotbar 3 · Slot 9
10Hotbar 1 · Slot 10Hotbar 2 · Slot 10Hotbar 3 · Slot 10
11Hotbar 1 · Slot 11Hotbar 2 · Slot 11Hotbar 3 · Slot 11
12Hotbar 1 · Slot 12Hotbar 2 · Slot 12Hotbar 3 · Slot 12
Warum das interessant ist:
Aus zwölf physischen Daumentasten werden auf diese Weise theoretisch 36 direkt erreichbare Aktionen. Gerade bei Jobs mit vielen Fähigkeiten muss die linke Hand dadurch wesentlich seltener quer über die Tastatur wandern. Welche Skills auf den einzelnen Slots liegen, hängt natürlich vom jeweiligen Job und den persönlichen Gewohnheiten ab.
Quelle: Öffentlich dokumentiertes Spieler-Setup im offiziellen Final-Fantasy-XIV-Forum

Beim 6-Tasten-Panel geht es weniger um Masse als um direkten Zugriff auf wichtige Funktionen. Razer empfiehlt beispielsweise für Fortnite eine komplette Belegung mit Wand, Boden, Treppe, Dach, Falle und Bauteil-Bearbeitung. Für League of Legends und Dota 2 sieht Razers eigenes Beispiel dagegen die sechs Item-Slots auf den sechs Daumentasten vor.

Razer Naga V3 Pro mit 6-Tasten-Seitenteil
6-Tasten-Panel
Bild: Gamers.plus
Belegungsbeispiel · 6-Tasten-Panel

Fortnite: Sechs Tasten für das komplette Bausystem

Beim 6-Tasten-Panel geht es weniger darum, möglichst viele Fähigkeiten unterzubringen. Die sechs größeren Tasten lassen sich leichter voneinander unterscheiden und eignen sich deshalb gut für Aktionen, die während des Spiels sehr schnell erreichbar sein sollen.

Razer selbst zeigt für Fortnite ein besonders anschauliches Beispiel: Das komplette Bausystem wird auf die sechs Daumentasten verteilt.

Naga-Taste Belegung in Fortnite
Taste 1Wand
Taste 2Boden
Taste 3Treppe
Taste 4Dach
Taste 5Falle
Taste 6Bauteil bearbeiten
Warum das interessant ist:
Statt beim Bauen ständig zusätzliche Tasten mit der linken Hand erreichen zu müssen, wandern die sechs zentralen Bauaktionen direkt unter den Daumen. Die linke Hand kann dadurch stärker auf WASD, Bewegung und weitere Tastaturbefehle konzentriert bleiben.

Gerade dieses Beispiel zeigt sehr gut, warum sechs Tasten manchmal praktischer sein können als zwölf. Es geht nicht darum, möglichst viele Befehle unterzubringen, sondern sechs häufig benötigte Aktionen schnell und eindeutig erreichbar zu machen.

Quelle: Von Razer veröffentlichtes Belegungsbeispiel für die Razer Naga

Das 2-Tasten-Panel folgt schließlich dem klassischen Shooter-Prinzip. Razer schlägt für CS:GO beispielsweise HE-Granate und Molotov vor. Dass zwei Daumentasten auch auf höchstem Niveau ausreichen können, zeigt zudem TenZ: In seiner öffentlich dokumentierten Valorant-Belegung liegen zwei Agenten-Fähigkeiten auf Mouse 4 und Mouse 5. TenZ nutzt zwar keine Naga, sein Setup zeigt aber sehr schön, wofür ein klassisches Zwei-Tasten-Seitenteil in einem Shooter gedacht ist.

Razer Naga V3 Pro mit 2-Tasten-Seitenteil
2-Tasten-Panel
Bild: Gamers.plus
Belegungsbeispiel · 2-Tasten-Panel

Valorant: TenZ legt zwei Fähigkeiten auf Mouse 4 und Mouse 5

Im Shooter muss es dagegen nicht zwangsläufig ein halbes Tastenfeld unter dem Daumen sein. Ein gutes reales Beispiel liefert der bekannte Valorant-Spieler TenZ.

In seiner öffentlich dokumentierten Valorant-Konfiguration liegen zwei Agenten-Fähigkeiten direkt auf den seitlichen Maustasten. Die übrigen Fähigkeiten bleiben auf der Tastatur.

Eingabe TenZ-Belegung
Mouse 4Fähigkeit 2
Mouse 5Fähigkeit 3
CFähigkeit 1
FUltimate
Warum das interessant ist:
Zwei wichtige Fähigkeiten liegen unmittelbar unter dem Daumen, während die linke Hand möglichst wenig von WASD und der Bewegung weggenommen wird. Genau hier spielt ein klassisches 2-Tasten-Seitenteil seine Stärke aus: schnell erreichbar, eindeutig unterscheidbar und ohne unnötige zusätzliche Buttons.

Das Beispiel zeigt außerdem schön, dass eine gute Belegung nicht davon abhängt, möglichst viele Funktionen auf die Maus zu legen. In einem schnellen Shooter können zwei sinnvoll platzierte Seitentasten vollkommen ausreichen.

Quelle: ProSettings – TenZ Valorant Settings

Wichtig: TenZ spielt selbst nicht mit einer Razer Naga. Seine öffentlich dokumentierte Belegung dient hier als reales Beispiel dafür, wie zwei klassische Daumentasten in Valorant genutzt werden können.

Und genau darin liegt für uns der Charme der Naga V3 Pro: Es gibt nicht die eine „richtige“ Belegung. Die Stärke der Maus besteht darin, dass sich das Tastenfeld an Spiel und Spieler anpassen lässt – und nicht umgekehrt.

play-rounded-fill