Story-getriebene Spiele erleben seit einigen Jahren ein starkes Comeback, und Dispatch zählt zu den auffälligsten Erfolgen dieser Entwicklung. Das Superhelden-Adventure aus dem Umfeld ehemaliger Telltale-Entwickler überzeugt mit pointiertem Humor, ungewöhnlichen Figuren und einer konsequent erzählten Handlung. Bei den Steam Awards 2025 erhält das Spiel den Preis für das beste Story-Spiel.

Seit dem 28. Januar 2026 ist Dispatch auch für Nintendo Switch 1 und Switch 2 erhältlich. Kurz nach dem Release wird jedoch deutlich: Die Version für Nintendos Plattformen unterscheidet sich spürbar von den Fassungen auf PC und PlayStation 5. Bestimmte Inhalte sind dort dauerhaft entschärft – und das sorgt in der Community für heftige Diskussionen.

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„Ein wesentlicher Teil fehlt“: Was auf der Switch anders ist

Dispatch ist bekannt für seinen expliziten Humor. Anspielungen auf Sexualität, deutliche Sprache und visuelle Überzeichnungen gehören bewusst zum Ton des Spiels. Auf PC und PS5 lässt sich im Menü festlegen, ob entsprechende Szenen vollständig gezeigt oder mit Zensurelementen versehen werden. Diese Option richtet sich vor allem an Streamer, die Plattformregeln einhalten müssen.

Auf der Switch existiert diese Wahlmöglichkeit nicht. Schimpfwörter werden akustisch entschärft, visuelle Details verdeckt und bestimmte Soundeffekte entfernt. Für viele Spieler verändert das den Gesamteindruck deutlich. In sozialen Netzwerken äußern Fans Enttäuschung darüber, dass sie die Switch-Version nur in dieser Form spielen können.

Ein Nutzer schreibt auf X (ehemals Twitter):
„Ich bin sehr enttäuscht vom Switch-Port. Es gibt keine Möglichkeit, die Zensur ein- und auszuschalten. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich zur PS5-Version gegriffen.“
Auch auf Reddit ist von einer „nicht vollständigen Erfahrung“ die Rede.

Entwickler reagiert: „Inhaltliche Kriterien der Plattform“

Das Entwicklerstudio AdHoc hat inzwischen Stellung bezogen. Gegenüber Eurogamer betont das Team, dass „die Kerngeschichte und die Gameplay-Erfahrung identisch bleiben“. Die Anpassungen beträfen ausschließlich Präsentation und Ton, nicht aber Handlung oder spielmechanische Abläufe.

Als Grund nennt das Studio die Vorgaben der Plattform:
„Verschiedene Plattformen haben unterschiedliche Inhaltskriterien, und Einreichungen werden individuell bewertet. Wir haben mit Nintendo zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass der Titel den Anforderungen entspricht.“

In der Community stößt diese Erklärung nur teilweise auf Verständnis. Spieler verweisen darauf, dass im Nintendo eShop auch andere Titel mit expliziven Inhalten erhältlich sind. Branchenkenner führen die Entscheidung vor allem auf das japanische Altersfreigabesystem CERO zurück, das selbst in hohen Altersstufen strenge Regeln bei Nacktheit vorsieht. Um mehrere Versionen zu vermeiden, könnte AdHoc die international einheitliche, angepasste Fassung gewählt haben – mit sichtbaren Folgen für viele Fans.

FAQ zu Dispatch auf der Nintendo Switch

Was ist Dispatch?
Ein storylastiges Superhelden-Adventure mit starkem Fokus auf Dialoge und Entscheidungen.

Warum sorgt die Switch-Version für Kritik?
Weil sie im Vergleich zu PC- und PS5-Fassungen dauerhaft zensiert ist.

Welche Inhalte sind betroffen?
Sprache, Geräusche, visuelle Darstellungen und bestimmte humoristische Elemente.

Gibt es eine Option, die Zensur auszuschalten?
Nein, auf der Switch ist diese Einstellung nicht verfügbar.

Was sagt der Entwickler dazu?
AdHoc verweist auf plattformspezifische Inhaltsvorgaben von Nintendo.

Ist die Story inhaltlich verändert?
Laut Entwickler nicht. Handlung und Entscheidungen bleiben gleich.

Warum erscheint trotzdem nur eine zensierte Version?
Vermutlich, um internationale Veröffentlichungen an strenge Altersfreigaben – etwa in Japan – anzupassen.

Gibt es unzensierte Alternativen?
Ja, auf PC und PlayStation 5 ist Dispatch vollständig oder optional zensiert spielbar.

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