
Mit der zweiten Staffel von „Fallout“ hat Amazon einen der größten Serienhits des Jahres gelandet. Für Bethesda bedeutet das nicht nur Rückenwind für die Marke, sondern auch neue Erwartungen aus der Community. Schnell richtete sich der Fokus auf „The Elder Scrolls“, eine der bekanntesten Rollenspielreihen überhaupt. Viele Fans sehen Tamriel bereits als logischen nächsten Schritt für eine große Serienadaption.
Todd Howard, Leiter der Bethesda Game Studios, hat sich nun in einem Interview mit IGN ausführlich zu diesen Erwartungen geäußert. Seine Aussagen zeigen: Der Erfolg von „Fallout“ hat intern Spuren hinterlassen, führt aber nicht automatisch zu schnellen Entscheidungen. Im Gegenteil, Howard setzt bewusst auf Zurückhaltung.
„Ich bin bereit, auch ein Jahrzehnt lang Nein zu sagen“
Im Gespräch mit IGN machte Howard deutlich, warum eine „The Elder Scrolls“-Serie aktuell kein Thema ist. Die Entwicklung von „Fallout“ zur erfolgreichen TV-Produktion habe mehr als zehn Jahre gedauert. Man habe lange auf den richtigen Zeitpunkt und den passenden Partner gewartet. Genau diese Geduld wolle man sich auch künftig bewahren.
„Ich kann eine Elder-Scrolls-Sache in der Zukunft weder bestätigen noch ausschließen“, sagte Howard. Gleichzeitig betonte er, dass „Fallout“ „einzigartig gut geeignet“ für eine Serienumsetzung gewesen sei. Für Tamriel gebe es derzeit weder ein konkretes Konzept noch eine aktive Planung.
Besonders klar wurde Howard mit einer Aussage, die bei vielen Fans für Ernüchterung sorgen dürfte: „Ich bin bereit, auch mal ein Jahrzehnt lang Nein zu sagen, bevor wir es falsch machen.“ Der enorme Erfolg der „Fallout“-Serie habe ihn zwar zum Nachdenken gebracht, ändere aber nichts daran, dass Qualität und Passgenauigkeit Vorrang hätten.
KI als Werkzeug – und ein überraschendes GOTY
Neben Serienplänen sprach Howard auch über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Spieleentwicklung. Hintergrund ist die aktuelle Debatte, ausgelöst durch Studios wie Larian. Für Bethesda sei KI jedoch kein Ersatz für kreative Arbeit, sondern ein Hilfsmittel. „Ich betrachte es als Werkzeug. Die kreative Absicht kommt von menschlichen Künstlern“, stellte Howard klar.
Bethesda setze KI vor allem intern ein, etwa zur Analyse großer Spielwelten oder zur Optimierung von Abläufen. Ziel sei es nicht, Designer zu ersetzen, sondern deren Arbeit zu unterstützen. „Wir wollen die künstlerische Arbeit schützen, denn die menschliche Absicht dahinter macht unsere Spiele erst zu etwas Besonderem“, so Howard.
Am Ende des Interviews wurde es persönlicher: Nach seinem Spiel des Jahres gefragt, nannte Howard das Rollenspiel „Clair Obscur: Expedition 33“. Er bezeichnete den Titel als „ein wirklich einzigartiges Kunstwerk“ – ein bemerkenswertes Lob aus dem Mund eines der einflussreichsten Köpfe der Branche.
























