Zwischen Hoffnung, Rückschlagen und Schweigen – die Rückkehr des Prinzen wird zum Geduldsspiel

Seit Ubisoft im Jahr 2020 das Remake zu „Prince of Persia: The Sands of Time“ angekündigt hat, schwankt die Stimmung der Community zwischen Vorfreude und Frustration. Kaum ein Projekt des Publishers wurde so oft verschoben, überarbeitet und erneut auf den Prüfstand gestellt wie dieses Revival des legendären Action-Adventures. Zuletzt schien es so, als würde endlich Klarheit herrschen: Ein Finanzbericht versprach einen Release bis spätestens März 2026, und Insider Tom Henderson nannte sogar einen konkreten Termin im Januar. Doch die Realität wirkt komplizierter – und das ausgerechnet jetzt, wo Fans auf neue Lebenszeichen warten.

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Denn Ubisoft hält sich ungewöhnlich bedeckt, sagt Präsentationen ab und sucht gleichzeitig neues Personal für Schlüsselpositionen. Was bedeutet das für das Remake? Und warum passt die Personal-Offensive so gar nicht zu einem angeblich fertigen Spiel?


„Warum schweigt Ubisoft?“ – Ein Release, der näher rückt und gleichzeitig entgleitet

Ein Insidertermin trifft auf Funkstille – und sorgt für Fragezeichen

Branchen-Analyst Tom Henderson ließ im November aufhorchen, als er von einem möglichen Release am 16. Januar 2026 sprach. Ein Datum, das sich perfekt in das von Ubisoft genannte Geschäftsfenster einfügen würde. Doch statt den Hype zu nutzen, zog Ubisoft unerwartet die Handbremse: Ein geplanter Auftritt bei den Game Awards 2025 wurde abgesagt – ein extrem ungewöhnlicher Schritt, wenn tatsächlich ein großer Launch unmittelbar bevorsteht.

Diese Zurückhaltung deutet darauf hin, dass intern noch nicht alles rund läuft. Ubisoft selbst äußert sich nicht, doch das Schweigen spricht Bände: Ein Spiel, das in wenigen Wochen erscheinen soll, wird üblicherweise im Marketing geradezu offensiv platziert. Hier passiert das Gegenteil.

Neue Jobanzeigen – Ein Zeichen für Restarbeiten oder ein tieferes Problem?

Für zusätzliche Unruhe sorgen frische Stellenausschreibungen, die von Nutzern im „Prince of Persia“-Subreddit entdeckt und später vom Magazin TheGamer aufgegriffen wurden. Gesucht werden unter anderem ein VFX Artist, ein Associate Producer, ein Texture Artist und sogar ein Team Lead für die Level-Art-Abteilung. Auffällig: Alle Positionen beziehen sich explizit auf das Remake – und das nur wenige Wochen vor dem angeblichen Release.

Gerade Personal für Level Art und Texturqualität wird normalerweise deutlich früher benötigt. Dass Ubisoft Montreal – das Studio, das auch das Original von 2003 entwickelte – hier neue Kräfte rekrutiert, deutet auf einen Entwicklungsstand hin, der weit von „Release Candidate“ entfernt ist. Zumal die Optik des Remakes bereits beim ersten Reveal-Trailer einer der größten Kritikpunkte war.


„Realistisch oder Wunschdenken?“ – Warum der Januar kaum haltbar scheint

Crunch, Post-Launch oder echte Verzögerung? Die wahrscheinlichste Erklärung

Natürlich wäre es möglich, dass Ubisoft kurzfristig Personal aufstockt, um letzte Lücken zu füllen oder Post-Launch-Inhalte abzusichern. Doch die Anzahl und Art der ausgeschriebenen Rollen sprechen eine andere Sprache: Es handelt sich um grundlegende Bereiche, an denen man nicht wenige Wochen vor Release schraubt, sondern Monate vorher. Das legt nahe, dass wichtige Feinarbeiten noch ausstehen – Arbeiten, die für den visuellen Gesamteindruck entscheidend sind.

Aus diesem Grund wirkt der von Henderson genannte Januar-Termin mittlerweile eher wie ein Best-Case-Szenario, das den realen Stand der Produktion nicht mehr korrekt widerspiegelt.

Ein realistischerer Zeitrahmen: Frühjahr 2026 statt Januar

Viel deutet darauf hin, dass Ubisoft versucht, das Remake ohne weitere große Verzögerungen innerhalb des ersten Quartals 2026 zu veröffentlichen. Ein Release im Februar oder März würde sich mit dem Finanzbericht decken – und erlaubt dem Team zugleich mehr Zeit, die visuelle Qualität auf ein Niveau zu bringen, das Fans von einem modernen Remake erwarten.

Mit Blick auf den Entwicklungsverlauf der letzten Jahre wäre ein späterer, aber stabiler Launch für das ohnehin mehrfach neu gestartete Projekt vermutlich die sinnvollere Entscheidung. Schließlich soll der ikonische Titel nicht durch überhastete Entscheidungen an Glanz verlieren.

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