
Nach dem Microsoft-Deal und einem personellen Umbruch richtet Blizzard seinen Blick verstärkt auf die kommenden Jahre. Seit Anfang 2024 steht Johanna Faries an der Spitze des Studios. Nun hat sich die Präsidentin erstmals ausführlicher zur langfristigen Ausrichtung geäußert und dabei klare Prioritäten gesetzt. Statt viele neue Marken zu entwickeln, will Blizzard konsequent auf seine etablierten Universen setzen.
Im Zentrum stehen dabei StarCraft, Diablo und Warcraft – drei Marken, die das Studio seit Jahrzehnten prägen. Faries betont, diese Welten seien „ikonisch“ und längst nicht an ihrem kreativen Ende angekommen. Neue Ideen schließt Blizzard zwar nicht grundsätzlich aus, doch aktuell liege der Fokus darauf, bestehende Universen weiterzuentwickeln und zu erweitern.
Diese Strategie markiert eine deutliche Abkehr von früheren Experimenten. Während Titel wie Overwatch neue Wege gingen, soll nun wieder stärker das genutzt werden, wofür Blizzard weltweit bekannt ist. Gerade vor dem Hintergrund langer Entwicklungszeiten gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung.
„An allen Marken wird gearbeitet“ – auch an StarCraft
Besonders aufmerksam verfolgt wird der Hinweis auf StarCraft. Das letzte große Kapitel, „StarCraft II: Legacy of the Void“, erschien vor rund zehn Jahren. Laut Faries wird derzeit jedoch an allen Marken im Portfolio gearbeitet – ausdrücklich auch an StarCraft. Konkrete Details nennt sie noch nicht, doch allein diese Aussage sorgt für neue Erwartungen bei der Community.
Geplant seien ein bis zwei große Veröffentlichungen pro Jahr, ergänzt durch regelmäßige Inhalte für bestehende Live-Services. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen neuen Releases und der kontinuierlichen Pflege laufender Spiele. Damit will Blizzard Planungssicherheit schaffen – intern wie extern.
Interessant ist zudem der Zeithorizont: Für die kommenden fünf Jahre seien Projekte vorgesehen, die zwar in den bekannten Universen spielen, aber nicht zwingend klassische Videospiele sein müssen. Das öffnet die Tür für neue Formate, ohne die Markenbasis zu verlassen.
Blizzard denkt über Games hinaus
Faries beschreibt Blizzard zunehmend als Entertainment-Unternehmen. Die eigenen Marken seien stark genug, um auch außerhalb klassischer Games zu funktionieren. Entsprechend gebe es Interesse aus dem Bereich linearer Medien, also Film- und Serienproduktionen. Konkrete Ankündigungen stehen zwar noch aus, doch die Richtung ist klar.
Ein Vorteil dabei: Inzwischen arbeiten bei Blizzard zahlreiche Entwickler mit Erfahrung aus Hollywood-Produktionen. Dieses Know-how soll helfen, neue Projekte jenseits des Controllers umzusetzen. Gleichzeitig betont Faries Blizzards Rolle innerhalb von Team Xbox. Das Studio gelte dort als eines der wertvollsten Assets und genieße weiterhin große kreative Freiheit.
Ob diese Strategie tatsächlich zu neuem StarCraft-Nachschub ab 2026 führt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Blizzard plant langfristig – und setzt dabei bewusst auf die Stärke seiner traditionsreichsten Welten.
























