The God Slayer

Mit „The God Slayer“ wagt Pathea Games den bislang größten Schritt seiner Studiohistorie. Das Action-RPG kombiniert Steampunk-Elemente, östliche Fantasy und ein offenes Weltendesign – umgesetzt mit der Unreal Engine 5, die für das Team eine neue technologische Grundlage bildet. Parallel dazu befindet sich die Branche in einer intensiven Debatte über generative KI, ihren Nutzen und ihre möglichen Risiken in der Spieleproduktion.
In einem neuen Gespräch präzisiert Studioleiter Zifei Wu, wie sorgfältig Pathea Games das Thema abwägt und warum KI im Entwicklungsalltag eine unerwartet kleine Rolle spielt.


„Die Beispiele wirken seltsam“: Warum KI beim Stil von Pathea Games „The God Slayer“ an Grenzen stößt

„Die einzige KI, die wir verwenden …“ – Ein Team setzt klare Grenzen

Zifei Wu beschreibt im Interview ein sehr eng umrissenes Einsatzfeld für KI-Tools. Genutzt werde sie, so Wu, lediglich zur ersten Orientierung bei der Gestaltung von Figuren und Objekten:
„Ich denke, die einzige KI, die wir verwenden, ist beim Iterieren. […] Danach machen wir es einfach selbst.“
Damit dient KI im Projekt eher als Suchwerkzeug denn als kreativ treibende Kraft. Laut Wu bevorzugt das Team weiterhin klassische Designprozesse, sobald es um konkrete Umsetzung oder Detailarbeit geht.

Seltene Vorbilder, eigenständiger Stil

Besonders deutlich wird die Zurückhaltung beim visuellen Fundament des Spiels. Pathea Games entwickelt eine Welt, in der asiatischer Steampunk mit fantastischen Elementkräften kombiniert wird – ein Stil, der im Vergleich zu westlichen Vorbildern nur wenige visuelle Referenzen besitzt.
Wu erklärt: „Es gibt nicht viele Beispiele für asiatischen Steampunk, sodass die Beispiele, die uns die KI liefert, seltsam sind.“
Die Designer sehen sich daher gezwungen, viele stilistische Entscheidungen selbst herauszuarbeiten. Das führe, so Wu, zu glaubwürdigeren Figuren und einer stimmigeren Welt.

Bewusste Zurückhaltung als Entwicklungsstrategie

Aktuell sei es für das Team „der richtige Weg“, KI nur punktuell einzusetzen. Pathea Games betrachtet den manuellen Designansatz als Voraussetzung dafür, die eigene kreative Handschrift zu schärfen – insbesondere bei einem Projekt, das sich stärker international positionieren soll als frühere Spiele des Studios.

Ein Projekt zwischen Tradition und Zukunftsdebatte

Gameplay zeigt eine breitere Ausrichtung

Parallel zum Interview präsentierte das Studio neues Material, das den erweiterten Anspruch von „The God Slayer“ verdeutlicht. Das gezeigte Gameplay setzt auf schnelle Action, Elementkräfte und offene Areale, die Steampunk- und Fantasy-Elemente kombinieren. Damit entwickelt sich das Spiel zunehmend zu einem Multiplattform-Projekt, das nicht mehr nur als mögliches PS5-Highlight betrachtet wird.

Die KI-Debatte im Branchenkontext

Die Aussagen von Wu ordnen sich in eine größere Diskussion ein, die aktuell viele Studios beschäftigt. Entwickler wie Masahiro Sakurai sprechen offen darüber, dass KI künftig helfen könne, große Projekte effizienter zu bewältigen. Andere wie Hideo Kojima betonen dagegen vor allem Automatisierungsprozesse für einfache Aufgaben.
Pathea Games positioniert sich in diesem Spektrum klar am konservativen Ende – ein Ansatz, der zeigt, wie unterschiedlich Studios mit denselben technischen Möglichkeiten umgehen.

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