Pandora galt bislang als fremdartige, aber zutiefst lebendige Welt – voller Farben, Spiritualität und klarer Fronten. Mit der neuen Erweiterung „Avatar: Frontiers of Pandora – From the Ashes“ rückt Ubisoft dieses Bild nun bewusst zurecht. Passend zum Kinostart von „Avatar: Fire and Ash“ erscheint ein DLC, der weniger auf Staunen setzt und stattdessen die Schattenseiten des Planeten in den Fokus rückt. Massive Entertainment erzählt eine Geschichte, die persönlicher ausfällt, rauer inszeniert ist und sich deutlich vom Grundspiel abgrenzt.
Im Mittelpunkt steht nicht mehr der Blick eines Neuankömmlings, sondern die Perspektive eines Na’vi, der Pandora in all seiner Schönheit – und Zerstörung – bereits kennt. Damit verschiebt sich nicht nur der Ton, sondern auch das erzählerische Gewicht der gesamten Erfahrung.
„Pandora ist nicht mehr unberührt“ – Eine Welt aus Asche und Erinnerung
Mit „From the Ashes“ betreten Spieler die neue Unterregion „Die Schluchten“ im westlichen Grenzgebiet. Der verwüstete Kinglor-Wald zeigt Pandora von einer ungewohnten Seite: Basaltformationen, verbrannte Landschaften und eine Atmosphäre, die eher von Verlust als von Harmonie geprägt ist. Die Umgebung dient dabei nicht nur als Kulisse, sondern spiegelt den inneren Zustand der zentralen Figur wider.
Im Fokus steht So’lek, ein kampferprobter Na’vi mit direkter Verbindung zu den Ereignissen der Filme. Er kämpfte an der Seite von Jake Sully, verlor seinen Clan und trägt diese Vergangenheit sichtbar mit sich. Anders als der Sarentu aus dem Hauptspiel idealisiert So’lek Pandora nicht. Seine Geschichte verleiht dem DLC eine emotionale Erdung, die sich auch spielerisch bemerkbar macht.
Die Kämpfe wirken spürbar direkter und aggressiver. Finishers fallen roher aus, Bewegungen entschlossener. Massive Entertainment nutzt So’leks Hintergrund, um Gameplay und Erzählung enger miteinander zu verzahnen und einen Protagonisten zu zeigen, der nicht mehr auf der Suche nach seiner Rolle ist, sondern mit den Konsequenzen lebt.
„Nicht jeder Feind kommt von außen“ – Na’vi gegen Na’vi als Wendepunkt
Die größte inhaltliche Zäsur stellt der interne Konflikt dar. Erstmals kämpfen Na’vi offen gegen Na’vi. Der sogenannte Asche-Clan, auch Mangkwan genannt, fungiert als neue Gegenspielerfraktion und bricht bewusst mit bisherigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Diese Gegner agieren taktisch, nutzen Distanzwaffen, Granaten und Luftangriffe – Fähigkeiten, die Spieler bislang selbst erlernt haben.
Zentrale Figuren wie Wukula und Zari setzen auf unfaire, schwer vorhersehbare Auseinandersetzungen. Ihre Kämpfe folgen weniger festen Mustern als vielmehr klaren Persönlichkeiten. Ergänzt wird das durch neue RDA-Einheiten, darunter Hellhounds, spezialisierte AMP-Anzüge und luftgestützte Gegner, die Gefechte dynamischer und anspruchsvoller gestalten.
Parallel zum DLC erschien zudem ein umfangreiches kostenloses Update. Mit New Game+ und einer optionalen Third-Person-Ansicht greift Ubisoft langjährige Community-Wünsche auf. Gerade in „From the Ashes“ entfaltet die neue Kamera ihre Wirkung: Pandora wirkt weitläufiger, So’lek greifbarer und die Action direkter. Zusammen markieren DLC und Update einen klaren Wendepunkt für Avatar: Frontiers of Pandora – weg vom reinen Staunen, hin zu einer reflektierteren, konfliktreicheren Sicht auf den Planeten.
























