Die Geschichte von „Path of Exile 2“ gleicht inzwischen einem Langstreckenlauf, der sich immer wieder neu sortiert. Seit Dezember 2024 befindet sich der heiß erwartete Nachfolger im Early Access, ursprünglich mit dem Ziel, Ende 2025 vollständig zu erscheinen. Doch wie so oft in der Entwicklung komplexer Action-RPGs kam alles anders als geplant. Nun hat sich Jonathan Rogers, der Mitgründer von Grinding Gear Games, selbst zu Wort gemeldet – im Rahmen einer Präsentation der kommenden Erweiterung „The Last of the Druids“. Dabei verriet er nicht nur einen neuen Zeitrahmen, sondern auch, wie viel Arbeit hinter den Kulissen noch vor seinem Team liegt.

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„Nicht mehr März 2026“ – Warum Path of Exile 2 erneut nach hinten rückt

„Das nächste große Update kommt – aber nicht der Release“

Als MeinMMO Rogers auf das Thema Release ansprach, wurde schnell klar: März 2026, das bisherige Ziel, ist Geschichte. Stattdessen werden die Spielerinnen und Spieler im Frühjahr 2026 lediglich Update 0.5 erhalten – eine große, aber eben nicht finale Etappe auf dem Weg zur Vollversion. Rogers formulierte es vorsichtig, beinahe schon defensiv: Das Team plane zwar weiterhin mit einem Release im Jahr 2026, doch ein genaues Datum wolle er bewusst nicht mehr nennen.

Die Gründe dafür liegen im Umfang des Spiels. Mehrere neue Klassen sind noch in Arbeit, und auch wichtige Kapitel des Singleplayers fehlen weiterhin. Der Anspruch des Studios bleibt hoch – und Rogers machte deutlich, dass er lieber später liefert, dafür aber mit Qualität. „Viele Faktoren entscheiden darüber, ob wir das schaffen“, betonte er im Gespräch, ein indirekter Hinweis auf die enorme Komplexität der Entwicklung.

Ein Projekt, das wachsen musste

Ein Blick zurück zeigt, dass „Path of Exile 2“ längst kein Update mehr ist, sondern ein vollwertiger zweiter Teil, der neben der alten Spiellogik ein komplett neues Kampfsystem, tiefere Klassenfantasien und moderne Design-Standards verfolgt. Rogers selbst hat mehrfach betont, dass man nicht bereit gewesen wäre, ein halbfertiges Produkt zu veröffentlichen – ein Statement, das nach den Erfahrungen anderer Genregrößen durchaus beruhigend wirkt.

Und so wird der Early Access wohl länger andauern als einst geplant, doch gleichzeitig wächst die Hoffnung, dass das fertige Spiel diesen Weg wert gewesen sein wird.

„The Last of the Druids“ – eine Season, die das Warten leichter machen soll

Verwandlungen, Variationen und ein „Vier-in-Eins“-Klassendesign

Mit der neuen Erweiterung „The Last of the Druids“ liefert Grinding Gear Games nun einen Vorgeschmack darauf, wie ambitioniert das Finale aussehen könnte. Herzstück ist die Druiden-Klasse, die zu den flexibelsten Entwürfen gehört, die das Studio je präsentiert hat. Je nach Waffe verwandelt sich der Charakter in einen Bären, Wolf oder sogar eine Wyvern – jede Form mit eigenen Fähigkeiten, eigenen Spielstilen und eigener Atmosphäre.

Besonders spannend: Laut Entwicklern kann jederzeit zwischen Mensch und Tier gewechselt werden. Wer möchte, bleibt ausschließlich in einer Form und erhält dennoch ein vollständig spielbares, individuelles Build. Das eröffnet Spielerinnen und Spielern eine enorme kreative Freiheit.

Gefährliche Tempel und riskante Belohnungen

Auch die neue Liga-Mechanik erweitert das Spielgefühl erneut. Die Expeditionen führen diesmal tief in die Ruinen des Vaal-Tempels – ein Volk, dessen mysteriöse Technologie und Rituale seit jeher Stoff für mächtige Gegenstände liefern. In der kommenden Season errichten Spieler ihren eigenen Tempel, Raum für Raum, und entscheiden dabei selbst, welche Herausforderungen und Loot-Optionen sie erwarten.

Doch der Preis ist hoch: Viele Mechaniken sind bewusst riskant gestaltet. Items können ein zweites Mal korrumpiert werden – mit einer 50-Prozent-Chance, vollständig zerstört zu werden. Gleichzeitig warten seltene Prothesen, die den eigenen Charakter verstärken, jedoch nur bis zum nächsten Tod halten. Gerade für Hardcore-Fans wird das eine extrem nervenaufreibende, aber auch lohnende Erfahrung.

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