Alte Ram

In den letzten Monaten haben sich die Preise für Arbeitsspeicher dramatisch erhöht. Was früher vergleichsweise günstig war, ist inzwischen deutlich teurer geworden – sowohl für DDR4 – als auch für DDR5-Module. Viele, die einen PC bauen oder upgraden wollen, schauen derzeit mit einer Mischung aus Frustration und Verwunderung auf die Preisentwicklung. Doch die Preisexplosion kommt nicht aus dem Nichts. Mehrere Faktoren greifen gleichzeitig ineinander und verschärfen die Situation.

Hohe Nachfrage durch Cloud, Server und KI-Infrastruktur

Ein wichtiger Treiber der Preisentwicklung ist die stark gestiegene Nachfrage nach Speicherchips aus dem Bereich der Cloud-Rechenzentren und KI-Infrastrukturen. Große Anbieter, die massiv in KI- und Serverlösungen investieren, ordern große Mengen Arbeitsspeicher.

Weil Speicherhersteller ihre Kapazitäten zunehmend für diesen lukrativeren Markt ausrichten, werden Produkte für Endverbraucher kaum noch priorisiert. Das Ergebnis: Für reguläre PC-Module bleibt weniger übrig und die Preise für die noch verfügbaren Kits ziehen an.

Produktion und Fertigung: DDR4 zurück, DDR5 teuer

Parallel zur verschärften Nachfrage hat sich die Produktionslandschaft verändert. Hersteller konzentrieren sich zunehmend auf modernere Speicherstandards oder auf Speichertypen für Server- und Spezialanwendungen. Das bedeutet konkret: Die Produktion von DDR4 wird eingestellt bzw. stark reduziert, während DDR5-Speicher teurer in der Herstellung ist.

Höhere Anforderungen bei Fertigung und Qualitätssicherung treiben die Kosten weiter nach oben. Für Verbraucher heißt das: Selbst ältere oder günstigere Speicheroptionen werden knapper und teurer.

Wenn Händler sehen, dass Speicher knapp wird, reagieren viele mit vorsorglichem Einkauf und Horten. Diese Panikreaktion auf knappe Verfügbarkeit verschärft die Situation weiter. Wer also jetzt nicht schnell zugreift, riskiert, dass die Preise weiter steigen — unabhängig von technischen Entwicklungen oder realem Bedarf. Manche Auswertungen zeigen, dass gerade große Kits (32 GB, 64 GB) unverhältnismäßig teuer geworden sind.

Für Leute, die sich gerade einen neuen Gaming-PC zusammenstellen oder einen bestehenden aufrüsten wollen, ist das ein harter Schlag. RAM ist ein basales Bauteil und beeinflusst, wie zukunftssicher ein System ist.

Gerade weil viele Plattformen mittlerweile DDR5 voraussetzen oder empfehlen, sind Nutzer gezwungen, neueren Speicher zu kaufen — und der kostet derzeit deutlich mehr. Für preisbewusste PC-Bauer bedeutet das: Kosten für den Gesamtaufbau steigen, und Budget-PCs werden teurer.

Prognose: Kurzfristig keine Entspannung in Sicht

Analysten rechnen damit, dass die Preise zumindest bis ins erste Halbjahr 2026 auf hohem Niveau bleiben oder sogar noch weiter steigen könnten. Die Hauptgründe sind strukturell: Der Übergang von DDR4 zu DDR5, die starke Nachfrage aus Server- und KI-Bereichen und generell angespannte Lieferketten im Halbleiterbereich. Für PC-Interessierte heißt das: Wer jetzt ein Upgrade plant, sollte sich auf deutlich höhere Ausgaben einstellen — und möglichst bald zuschlagen, wenn der Bedarf besteht.

Was Käufer jetzt tun können

Wenn du aktuell einen PC baust oder aufrüsten willst, lohnt es sich, ein paar Dinge zu beachten:

  • Überlege genau, wie viel RAM du wirklich brauchst. Vielleicht reicht aktuell ein kleineres Kit, wenn du nicht auf maximale Zukunftssicherheit aus bist.
  • Vergleiche Preise und beobachte Marktbewegungen. Vielleicht gibt es kurzfristig Angebote vor einer weiteren Preiserhöhung.
  • Alternativ: Setze übergangsweise auf DDR4, wenn dein Mainboard das noch zulässt. Auch wenn DDR5 technisch attraktiver ist, kann DDR4 aktuell preislich deutlich geeigneter sein.

Gamer sind nicht an den Preisen schuld

Der Preisanstieg bei Arbeitsspeicher ist kein Trick von Händlern und kein plötzliches Versagen der Technik. Er ist das Resultat komplexer Marktmechanismen. Hohe Nachfrage von Server- und KI-Infrastrukturen, Veränderungen in der Produktion und Fertigung sowie strategische Entscheidungen der Hersteller führen dazu, dass RAM gerade eine erhebliche Verteuerung erlebt.

Für PC-Bauer bedeutet das unschöne Realität. Mit kluger Planung und Flexibilität kann man zumindest versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.

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