
Eine seltene Version von Fallout New Vegas ist aufgetaucht und bietet einen faszinierenden Einblick in die Entstehungsgeschichte des Rollenspielklassikers. Die Fundstücke stammen von alten Xbox 360 Entwicklerkits, die jahrelang unentdeckt in einem kleinen Gebrauchtladen standen.
Erst durch YouTuber, die sich auf die Restaurierung historischer Builds spezialisiert haben, wurde das Material ans Licht gebracht. Die neu entdeckten Dateien zeigen, wie viel vom ursprünglichen Konzept auf dem Weg zum finalen Release verloren ging. Für Fans und Modder eröffnet dieser Fund eine völlig neue Perspektive auf eines der beliebtesten Spiele der Fallout Reihe.
Ein Blick in die Entwicklung des Wastelands
Die wichtigste Entdeckung ist ein Build vom Juli 2010. Dieser Prototyp entstand nur wenige Wochen vor der Fertigstellung des Spiels und ist fast zwei Gigabyte größer als die veröffentlichte Version. Die zusätzlichen Inhalte umfassen alternative Charaktermodelle, frühere Designs bekannter Figuren und ganze Dialogreihen, die später entfernt oder überarbeitet wurden.
Besonders auffällig ist ein älteres Modell von Mr. House, das optisch deutlich kantiger wirkt. Auch eine zweite Securiton Begleiterin namens Marilyn taucht darin auf. Ihre Existenz war bislang nur durch vereinzelte Hinweise aus Sammelkarten und Interviews bekannt.
Nicht weniger spannend sind Dialogvarianten und Szenen, die im finalen Spiel nie auftauchen. Oliver Swanick, der legendäre Lotteriegewinner, spricht im Prototypen mit einer anderen Stimme und hat alternative Gesprächsverläufe.
Zudem existieren mehrere NPCs, die später vollständig gestrichen wurden. Einer von ihnen warnt bereits am Spielanfang vor der gefährlichen Route in den Norden. Die Beta vermittelt insgesamt ein Bild davon, wie offen die Struktur des RPGs zu diesem Zeitpunkt noch war.
Ein Paradies für Modder
Für die Modding Szene ist der Fund besonders wertvoll, denn in den gesicherten Daten befinden sich sogenannte PDB Dateien. Diese technischen Projektdateien enthalten Debugging Informationen, die bisher nirgendwo verfügbar waren.
Mit ihnen lassen sich interne Funktionsweisen besser verstehen, etwa die Abläufe von Skripten oder die Verknüpfungen bestimmter Trigger. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, geschnittene Inhalte zu rekonstruieren oder bekannte Mods auf eine robustere technische Basis zu stellen.
Viele frühe Texturen, provisorische Sounds und nicht fertiggestellte Quests geben zudem Hinweise darauf, wie weitreichend die Vision für Fallout New Vegas ursprünglich war. Manche Landschaftsbereiche zeigen mehr Vegetation, einige Häuser sind anders beschädigt und selbst die Lichtstimmung unterscheidet sich spürbar. Dass Obsidian in kurzer Zeit viele dieser Elemente straffen musste, erklärt auch, warum so viel Material nie das Licht der Welt erblickte.
Der Fund ist ein echtes Geschenk für alle, die sich für die Entwicklung von Fallout New Vegas interessieren. Die alte Version liefert Einblicke in alternative Figuren, Mechaniken und Szenen, die das finale Spiel spürbar geprägt haben.
Gleichzeitig eröffnet das Debug Material der Community neue Wege, alte Ideen wieder aufleben zu lassen. Auch viele Jahre nach Release liefert das Spiel damit völlig neue Entdeckungen und zeigt, wie lebendig die Fallout Welt bis heute geblieben ist.






















