
Die Game Awards gelten seit Jahren als feste Größe im Gaming-Kalender: große Enthüllungen, prominente Gäste und eine weltweite Live-Übertragung sollen Spielefans gleichermaßen informieren und unterhalten. Auch die diesjährige Ausgabe verzeichnete eindrucksvolle Reichweiten. Doch ein genauer Blick auf die Reaktionen zeigt, dass Einschaltquote und Zufriedenheit diesmal weit auseinanderlagen.
Trotz zeitweise über 1,3 Millionen gleichzeitiger Zuschauer im offiziellen YouTube-Livestream machte sich nach dem Ende der Show Ernüchterung breit. Viele Fans äußerten öffentlich Kritik – und die fiel deutlicher aus als in den Vorjahren.
„D oder schlechter“ – eine Umfrage mit klarer Botschaft
Ein deutliches Stimmungsbild lieferte eine von Show-Host Geoff Keighley selbst gestartete Umfrage auf X. Dort konnten Nutzer die diesjährigen Game Awards mit den Schulnoten A bis D oder schlechter bewerten. An der Abstimmung beteiligten sich rund 276.000 Personen.
Das Ergebnis fiel ernüchternd aus: Etwa 36,7 Prozent vergaben die schlechteste Wertungskategorie, während lediglich 16,8 Prozent ein A vergaben. Damit kehrte sich das Bild im Vergleich zum Vorjahr nahezu um. 2024 hatten noch 44,4 Prozent der Teilnehmer die Bestnote vergeben, nur 16,1 Prozent stuften die Show als D oder schlechter ein.
Die Zahlen deuten darauf hin, dass ein großer Teil des Publikums in diesem Jahr andere Erwartungen hatte – Erwartungen, die aus Sicht vieler offenbar nicht erfüllt wurden.
Zu langatmig, zu wenig Höhepunkte zum Schluss
Inhaltlich richtete sich die Kritik vor allem gegen den Ablauf der Show. Viele Zuschauer bemängelten ein schleppendes Tempo, insbesondere in der zweiten Hälfte der Veranstaltung. Die letzte Stunde wurde mehrfach als zu ereignisarm beschrieben, was bei einer auf Überraschungen ausgelegten Show besonders ins Gewicht fällt.
Auch die finale große Ankündigung sorgte nicht für den erhofften Effekt. Der kommende Free-to-Play-Shooter „Highguard“, der als letzter großer Reveal präsentiert wurde, konnte laut zahlreicher Fanreaktionen keine echte Begeisterung auslösen. Gerade am Ende einer mehrstündigen Show erwarten viele Zuschauer einen klaren Höhepunkt.
Unterm Strich zeigen die Reaktionen, dass die Game Awards 2025 zwar Reichweite erzielten, inhaltlich jedoch nicht die gewünschte Wirkung entfalteten. Für kommende Ausgaben dürfte das Feedback ein deutliches Signal sein, den Fokus wieder stärker auf Tempo, Dramaturgie und erinnerungswürdige Highlights zu legen.
























