Der Start eines neuen Free-to-Play-Shooters folgt oft einem bekannten Muster: viel Aufmerksamkeit zum Launch, hohe Spielerzahlen in den ersten Tagen – und danach die entscheidende Phase, in der sich zeigt, ob ein Titel Bestand hat. Bei Highguard fällt diese Bewährungsprobe ungewöhnlich kurz aus. Nur wenige Wochen nach Release häufen sich die Warnsignale, zuletzt sogar außerhalb des eigentlichen Spiels.

Besonders auffällig: Die offizielle Website ist derzeit nicht erreichbar. Statt News, Roadmap oder Support-Hinweisen erscheint lediglich eine nüchterne Fehlermeldung. Für sich genommen wäre das kein Drama. Im Zusammenspiel mit den bisherigen Entwicklungen wirkt es jedoch wie ein weiteres Puzzleteil in einer angespannten Gesamtlage.

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Ein starker Start, der schnell verpufft

Highguard wird im Dezember bei den Game Awards vorgestellt und startet im Januar offiziell. Der erste Eindruck scheint vielversprechend: Auf Steam verzeichnet der Shooter kurzzeitig rund 100.000 gleichzeitige Spieler. Solche Zahlen gelten im Free-to-Play-Segment als solide Grundlage.

Doch der Einbruch folgt schnell. Bereits wenige Tage später sinkt die Spielerzahl drastisch. Zwar versucht das Entwicklerstudio Wildlight Entertainment gegenzusteuern und erweitert das Angebot unter anderem um einen 5v5-Modus, doch eine nachhaltige Stabilisierung bleibt offenbar aus. Entscheidend ist nicht der Peak zum Launch, sondern die Bindung eines festen Kernpublikums – und genau daran scheint es zu hapern.

Zusätzlich sorgen Berichte über Entlassungen im Studio für Unruhe. Personalabbau ist in der Branche kein Einzelfall, doch so kurz nach Veröffentlichung deutet er meist auf wirtschaftlichen Druck hin. Offizielle Stellungnahmen zu Umfang oder Hintergründen bleiben bislang aus.

Website offline, Vertrauen angeschlagen

Warum die Highguard-Website aktuell nicht erreichbar ist, bleibt unklar. Technisch denkbar wären einfache Gründe: ein Serverumzug, Kostensenkungen oder interne Umstellungen. Gerade bei sinkenden Nutzerzahlen reduzieren Studios häufig laufende Infrastrukturkosten, was kurzfristige Ausfälle erklären könnte.

Was die Situation jedoch verschärft, ist das Schweigen. Es gibt keine Wartungsankündigung, kein Update über Social Media, keine Einordnung. In einer Phase, in der Spieler ohnehin verunsichert sind, wirkt fehlende Kommunikation schnell wie ein Rückzugssignal – selbst wenn Spielserver und Backend weiterhin laufen.

Der Fall Highguard steht exemplarisch für ein größeres Problem. Der Live-Service-Markt ist überfüllt, die Konkurrenz enorm. Spieler investieren ihre Zeit selektiv und bleiben meist bei Titeln, die eine klare Identität oder einen langfristigen Mehrwert bieten. Ohne diese Faktoren geraten selbst solide umgesetzte Projekte schnell ins Hintertreffen.

Ob Highguard noch die Kurve bekommt, ist offen. Noch ist das Spiel nicht eingestellt, doch mehrere Indikatoren deuten auf eine kritische Phase hin. Entscheidend wird sein, ob Wildlight Entertainment transparent kommuniziert – und ob es gelingt, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

FAQ zu Highguard

Ist Highguard offiziell eingestellt?
Nein, es gibt bislang keine Bestätigung für eine Einstellung des Spiels.

Warum ist die Website offline?
Der Grund ist nicht bekannt. Möglich sind technische Umstellungen oder Kostensenkungen.

Sind die Spielserver noch aktiv?
Ja, eine Offline-Website bedeutet nicht automatisch abgeschaltete Server.

Wie haben sich die Spielerzahlen entwickelt?
Nach einem starken Start sind die Nutzerzahlen innerhalb weniger Tage deutlich gesunken.

Gab es Entlassungen beim Entwickler?
Ja, es gibt Berichte über Stellenabbau bei Wildlight Entertainment.

Reichen neue Inhalte wie der 5v5-Modus zur Stabilisierung?
Bisher konnten Updates die Spielerzahlen offenbar nicht nachhaltig halten.

Ist der Live-Service-Markt ein Faktor?
Ja, der Markt gilt als stark überfüllt, was es neuen Titeln besonders schwer macht.

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