
Was passiert mit einem Videospiel, wenn Publisher die Server abschalten? Für viele Spieler endet dann nicht nur der Support, sondern das gesamte Spiel. Genau gegen diese Praxis richtet sich die Initiative „Stop Killing Games“. Nach monatelanger Mobilisierung erreicht die Kampagne nun eine neue Stufe: den direkten Gang zur Europäischen Kommission.
Die gesammelten Unterschriften der Europäischen Bürgerinitiative wurden offiziell geprüft und anerkannt. Damit ist der formale Weg frei, um das Anliegen auf EU-Ebene vorzutragen. Am 23. Februar steht der Termin in Brüssel an – ein Datum, das für den digitalen Verbraucherschutz relevant werden könnte.
„Nicht nur Symbolik“: Der Schritt zur EU-Kommission
Der Termin in Brüssel geht über eine bloße Übergabe von Unterschriften hinaus. Die Organisatoren präsentieren ihr Anliegen direkt vor der Europäischen Kommission und machen deutlich, dass es um mehr als Idealismus geht. Im Kern steht die Frage, ob Spielehersteller digitale Produkte nach dem Support-Ende vollständig unbrauchbar machen dürfen.
Zur fachlichen Absicherung begleitet Professor Alberto Hidalgo Serzo von der Universität San Pablo die Initiative. Er erläutert aus juristischer Sicht, warum das Abschalten spielrelevanter Server rechtlich problematisch sein kann – insbesondere dann, wenn Käufer keine Möglichkeit mehr haben, ein erworbenes Produkt zu nutzen.
Unterstützt wird das Anliegen zudem von der französischen Verbraucherschutzorganisation UFC-Que Choisir. Diese verleiht der Initiative zusätzliches Gewicht, da sie sich seit Jahren mit digitalen Verbraucherrechten auf europäischer Ebene beschäftigt.
Was jetzt auf dem Spiel steht
Auch wenn Ross Scott, der Initiator der Kampagne, nicht selbst am Verhandlungstisch sitzt, ist er rund um den Termin präsent. Im Anschluss ist eine Pressekonferenz geplant, um Öffentlichkeit und Medien einzubinden. Scott selbst macht deutlich, dass der Gang nach Brüssel nur ein erster Schritt ist.
Sollte die EU-Kommission das Thema weiterverfolgen, könnten Publisher künftig verpflichtet werden, Spiele nach dem Ende des offiziellen Supports in einer spielbaren Form zu belassen – etwa durch Offline-Modi oder private Serverlösungen. Ob daraus konkrete Gesetzesinitiativen entstehen, bleibt offen. Klar ist jedoch: Das Thema hat die politische Ebene erreicht.
FAQ – Häufige Fragen zu „Stop Killing Games“
Worum geht es bei „Stop Killing Games“ konkret?
Die Initiative richtet sich gegen die Praxis, Spiele nach Serverabschaltungen vollständig unspielbar zu machen.
Was wurde jetzt erreicht?
Die notwendige Anzahl verifizierter Unterschriften für eine Europäische Bürgerinitiative wurde anerkannt.
Wann befasst sich die EU mit dem Thema?
Am 23. Februar wird das Anliegen offiziell vor der Europäischen Kommission vorgestellt.
Wer vertritt die juristische Seite der Initiative?
Professor Alberto Hidalgo Serzo von der Universität San Pablo begleitet die Präsentation als Rechtsexperte.
Welche Organisationen unterstützen die Kampagne?
Unter anderem die französische Verbraucherschutzorganisation UFC-Que Choisir.
Kann die EU Publisher zu Änderungen verpflichten?
Theoretisch ja – etwa durch neue Vorgaben zum Erhalt der Spielbarkeit digitaler Produkte.
Ist ein Gesetz bereits beschlossen?
Nein, es handelt sich um einen ersten formellen Schritt im politischen Prozess.
Warum ist das Thema für Spieler wichtig?
Weil es um den langfristigen Zugang zu gekauften Spielen und digitale Verbraucherrechte geht.

























