Online-Plattformen stehen zunehmend unter Druck, Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Altersfreigaben, Filter und Zugangsbeschränkungen gehören längst zur politischen und gesellschaftlichen Debatte. Nun zieht auch Discord nach und kündigt eine weltweite Altersprüfung an.

Ab März werden alle neuen und bestehenden Konten automatisch auf eine „jugendgerechte Erfahrung“ umgestellt. Damit gehen angepasste Kommunikationseinstellungen, Inhaltsfilter sowie Einschränkungen beim Zugang zu sensiblen Bereichen einher. Wer altersbeschränkte Kanäle, Server oder bestimmte Nachrichtenfunktionen nutzen möchte, muss sein Alter künftig nachweisen.

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Discord reagiert damit auf Erfahrungen aus einzelnen Märkten, in denen vergleichbare Prüfungen bereits eingeführt wurden. Die globale Umsetzung markiert nun einen deutlichen Schritt hin zu einheitlichen Sicherheitsstandards.

Gesichtsscan, Ausweis oder Modell im Hintergrund

Für die Altersprüfung stellt Discord mehrere Methoden bereit. Nutzer können wählen, ob sie ihr Alter per Gesichtserkennung schätzen lassen oder einen amtlichen Ausweis vorlegen. Zusätzlich plant das Unternehmen ein automatisches Altersschätzungsmodell, das im Hintergrund arbeitet und erwachsene Nutzer erkennt, ohne bei jeder Aktion einen erneuten Nachweis zu verlangen.

Reicht diese Einschätzung nicht aus, kann Discord weitere Prüfungen anfordern oder mehrere Methoden kombinieren. Nutzer, die nicht als volljährig verifiziert sind, erhalten keinen Zugriff auf altersbegrenzte Inhalte. Zudem filtert die Plattform sensible Inhalte und verschiebt Direktnachrichten von unbekannten Kontakten automatisch in einen separaten Bereich. Eine so große Einschränkung bei einem Online-Dienst gab es bis dato noch nie, abgesehen von Seiten mit pornografischen Inhalt.

Savannah Badalich, Leiterin der Produktpolitik bei Discord, erklärt dazu in der Mitteilung:
„Die weltweite Einführung von Standardeinstellungen für Jugendliche baut auf der bestehenden Sicherheitsarchitektur Discords auf und bietet Jugendlichen starken Schutz, während verifizierte Erwachsene Flexibilität genießen.“

Teen Council und internationaler Kontext

Neben der technischen Altersprüfung richtet Discord einen sogenannten Teen Council ein. Das Beratungsgremium soll aus zehn bis zwölf Jugendlichen bestehen und die Perspektive junger Nutzer stärker in Produktentscheidungen einbringen. Discord schreibt dazu, der Beirat solle helfen, „zu verstehen – und nicht nur anzunehmen –, was Teenager brauchen, wie sie Beziehungen aufbauen und was ihnen online Sicherheit gibt“.

Die Maßnahme reiht sich in einen internationalen Trend ein. In Australien gilt seit Ende 2025 ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige, andere Länder prüfen ähnliche Schritte. Auch auf EU-Ebene wird über ein Mindestalter von 16 Jahren für soziale Netzwerke diskutiert. Discord positioniert sich mit seiner Altersprüfung damit frühzeitig in einer Debatte, die viele Plattformen in den kommenden Jahren erreichen dürfte.

FAQ zur Altersprüfung bei Discord

Wann führt Discord die Altersprüfung ein?
Ab März 2026 weltweit für neue und bestehende Konten.

Welche Inhalte sind altersbeschränkt?
Bestimmte Server, Kanäle, Befehle und als sensibel eingestufte Inhalte.

Wie kann das Alter überprüft werden?
Per Gesichtsscan oder durch Vorlage eines Ausweises.

Gibt es automatische Prüfungen?
Ja, ein Altersschätzungsmodell soll im Hintergrund erwachsene Nutzer erkennen.

Was passiert ohne Altersverifizierung?
Der Zugriff auf altersbeschränkte Inhalte bleibt gesperrt, sensible Inhalte werden gefiltert.

Was ist der Teen Council?
Ein Jugendbeirat, der Discord bei Entscheidungen aus Sicht junger Nutzer berät.

Warum führt Discord diese Maßnahme ein?
Auf Basis von Erfahrungen aus einzelnen Ländern und wegen wachsender Anforderungen an Jugendschutz.

Hat das Auswirkungen auf Erwachsene?
Verifizierte Erwachsene behalten weitgehend ihre bisherigen Freiheiten.

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