
Bethesdas Rollenspiele haben über Jahre hinweg Maßstäbe bei offenen Spielwelten gesetzt, standen technisch aber immer wieder in der Kritik. Trotz ihrer Flexibilität wirkte die Creation Engine zuletzt nicht mehr zeitgemäß. Vor diesem Hintergrund hat ein neues Leak Aufmerksamkeit erzeugt: Intern soll ein größerer Umbau laufen, der unter dem Namen „Starfield 2.0“ geführt wird.
Auslöser der Berichte ist Jez Corden von Windows Central. In einem Podcast mit Rand al Thor 19 hat er erklärt, Microsoft arbeite aktiv daran mit, die Creation Engine grundlegend zu modernisieren. Ziel sei es nicht, die Engine zu ersetzen, sondern sie gezielt mit modernen Technologien zu erweitern. Starfield fungiere dabei als technisches Versuchsfeld.
Der Zeitpunkt wirkt nicht zufällig. Nach einem ruhigen Jahr für Starfield und gemischten Reaktionen auf die Erweiterung Shattered Space könnte ein technisches Update dem Spiel neue Relevanz verschaffen – und gleichzeitig die Basis für kommende Großprojekte legen.
„Across the board“: Unreal-Elemente ohne kompletten Engine-Wechsel
Laut Corden integriert Bethesda ausgewählte Technologien aus dem Umfeld der Unreal Engine in die eigene Technik. Er sprach von Verbesserungen „across the board“, also in nahezu allen Bereichen. Gemeint sind unter anderem Rendering-Techniken, moderne Tools, effizientere Workflows und Engine-Komponenten, die sich in der Unreal-Entwicklung bewährt haben.
Wichtig dabei: Ein vollständiger Umstieg auf Unreal ist nicht geplant. Microsoft soll stattdessen auf eine Hybrid-Strategie setzen. Die Creation Engine bleibt das Fundament, wird aber gezielt verstärkt. Damit will man typische Schwächen wie Performance-Probleme, visuelle Limitierungen und technische Altlasten abmildern, ohne die Stärken der Engine aufzugeben.
Unterstützung erhält Bethesda offenbar von Microsofts Advanced Technology Group sowie vom Studio The Coalition. Dessen Team gilt als ausgewiesener Unreal-Spezialist. Besonders technische Direktorin Kate Rayner wird in diesem Zusammenhang genannt. Die Zusammenarbeit deutet darauf hin, dass Microsoft das Projekt strategisch begleitet.
Starfield als Blaupause für Fallout 5 und The Elder Scrolls VI
Die eigentliche Bedeutung von „Starfield 2.0“ liegt jedoch weniger im aktuellen Spiel als in dem, was danach kommt. Nach Cordens Informationen sollen die jetzt entwickelten Verbesserungen später direkt in Fallout 5 und The Elder Scrolls VI einfließen. Starfield dient damit als Testumgebung für kommende Generationen von Bethesda-Titeln.
Das Vorgehen erscheint logisch. Die Creation Engine eignet sich weiterhin gut für große, dynamische Welten mit komplexen Systemen wie Basisbau und NPC-Simulation. Eine gezielte Modernisierung könnte es Bethesda ermöglichen, aktuelle technische Standards zu erreichen, ohne das bewährte Fundament zu verlieren.
Gleichzeitig betont Corden, dass es sich um Recherchen und keine offizielle Ankündigung handelt. Die Informationen sollten daher mit Vorsicht betrachtet werden. Klar ist aber: Microsoft plant offenbar langfristig und sieht die technische Erneuerung als Schlüssel für die Zukunft seiner großen Rollenspielmarken. Ob und wann Spieler konkrete Ergebnisse sehen, bleibt offen – die Richtung scheint jedoch vorgegeben.
























