
Wer sich in Clair Obscur: Expedition 33 durch seine stilisierte Welt kämpft, stolpert schnell über ungewöhnliche Gegnernamen. Manche wirken niedlich, andere fast albern, wieder andere schlicht rätselhaft. Was auf den ersten Blick wie kreative Willkür aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als bewusstes sprachliches Konzept.
Denn Sandfall Interactive hinterlegt im eigenen Spielcode erklärende Hinweise zur Bedeutung vieler Namen. Diese internen Notizen geben Aufschluss darüber, welche Wortspiele, kulturellen Anspielungen und sprachlichen Wurzeln hinter den Feinden stecken – und warum Französischkenntnisse dabei durchaus helfen.
„Grosser Kopf“ und fliegende Wortspiele – was im Code steckt
Die Hinweise finden sich in kurzen Kommentaren, die offenbar für Lokalisierungs- und Übersetzungsteams gedacht sind. Sie erklären, wie bestimmte Namen zu verstehen sind und welchen Kontext die Entwickler im Kopf hatten. So wird aus Grosse Tete schlicht ein „großer Kopf“, während Volester seinen Namen vom französischen „vol“ für Fliegen ableitet.
Auch scheinbar abstrakte Bezeichnungen folgen klaren Regeln. Abbest verweist auf das Wort „Abbé“, also Abt, während Licorne nichts anderes als das französische Wort für Einhorn ist. Potier wiederum spielt auf Töpfer und Keramik an – ein Detail, das sich auch im Design des Gegners widerspiegelt.
Diese sprachliche Präzision passt zur insgesamt sorgfältigen Ausarbeitung von Welt und Figuren, für die Expedition 33 bereits viel Lob erhalten hat.
Von One Punch Man bis „Sack of Potatoes“
Einige Namen gehen noch weiter und bedienen sich popkultureller oder spielerischer Referenzen. Ono-Puncho ist eine klare Anspielung auf One Punch Man, während Petank seinen Ursprung im französischen Kugelspiel Pétanque hat. Solche Wortspiele bleiben vielen Spielern zunächst verborgen, ergeben mit Hintergrundwissen aber ein stimmiges Gesamtbild.
Besonders kurios ist Chromatic Catapult Sakapatate. Wie Game Director Guillaume Broche im Interview mit Alex Moukala Music erklärt, steckt dahinter schlicht ein englischer Ausdruck: „Sack of potatoes – but said very fast.“ Ausgesprochen und verfremdet entsteht daraus Sakapatate.
Auch Serpenphare folgt diesem Muster und setzt sich aus „serpent“ (Schlange) und „phare“ (Leuchtturm) zusammen. Die Gegnernamen in Clair Obscur: Expedition 33 sind damit kein Zufallsprodukt, sondern ein bewusst eingesetztes Stilmittel, das Humor, Weltbau und Sprache miteinander verbindet.
FAQ: Clair Obscur – Expedition 33 und die Bedeutung der Gegnernamen
Worum geht es in Clair Obscur: Expedition 33?
Das Rollenspiel von Sandfall Interactive kombiniert eine ungewöhnliche Fantasy-Welt mit stark stilisierten Gegnern und einer tief erzählten Geschichte.
Warum fallen die Gegnernamen so auf?
Viele Namen wirken skurril oder verspielt und basieren auf Wortspielen, Anspielungen und französischen Begriffen.
Wie wurden die Bedeutungen bekannt?
Im Spielcode fanden sich interne Notizen, die vermutlich für Lokalisierungsteams gedacht waren und den Kontext der Namen erklären.
Sind die Namen zufällig gewählt?
Nein. Die Entwickler haben die Begriffe bewusst gewählt und oft sprachliche oder popkulturelle Referenzen eingebaut.
Gibt es offizielle Aussagen dazu?
Ja. Game Director Guillaume Broche erklärte in einem Interview, dass einige Namen bewusst humorvoll entstanden sind – etwa Sakapatate als laut gesprochene Variante von „Sack of potatoes“.
























