
Seit der Vorstellung des Remakes von „Star Wars: Knights of the Old Republic“ im Jahr 2021 begleitet die Branche vor allem eines: Stille. Nach der anfänglichen Ankündigung folgten kaum Updates, woraufhin 2023 erstmals Gerüchte über eine mögliche Einstellung des Projekts aufkamen. Entwickler Saber Interactive widersprach später, doch verbindliche Informationen blieben aus.
Nun sorgt ein Bericht des Branchenportals GameFile für neue Aufmerksamkeit. In Unterlagen einer Klage gegen Aspyr Media und Lucasfilm taucht ein Begriff auf, der unmittelbare Rückschlüsse zulässt: „Projekt Juliet“. Nach Aussage von Douglas Reilly, Vizepräsident von Lucasfilm Games, handelt es sich dabei um ein Remake von „Knights of the Old Republic II: The Sith Lords“. Die Bezeichnung reiht sich eindeutig in frühere interne Codenamen ein – so trug der Switch-Port von Teil 2 damals den Titel „Capulet“.
In seiner unter Eid getätigten Aussage beschreibt Reilly die internen Pläne klar und nachvollziehbar. Das Remake sei als vollständige Neuauflage vorgesehen gewesen, zugeschnitten auf aktuelle Konsolen- und PC-Hardware. Ziel sei eine modernisierte Präsentation bei unverändertem erzählerischen Kern gewesen. Die Dokumente bestätigen damit erstmals offiziell, dass beide KOTOR-Spiele in überarbeiteter Form existieren oder existiert haben – auch wenn der aktuelle Status offen bleibt.
„Komplett neu auflegen“ – was über die ursprünglich geplante Umsetzung bekannt ist
In den Gerichtsunterlagen findet sich eine präzise Beschreibung der vorgesehenen Entwicklung. Reilly erklärt:
„Juliet war der Codename für ein Projekt, bei dem wir KOTOR 2 komplett neu auflegen wollten, mit moderner Grafik, modernem Gameplay, aber unter Beibehaltung der Geschichte, der Charaktere und des allgemeinen Inhalts von KOTOR 2.“
Laut seiner Darstellung sollten außerdem Inhalte, die vielen Fans durch den bekannten Restored Content Mod vertraut sind, nicht einfach übernommen werden. Stattdessen plante man, diese Bestandteile neu zu entwickeln. Die Aussage deutet auf ein umfangreiches Remake hin, das weit über eine technische Aktualisierung hinausgegangen wäre.
Unklar bleibt allerdings, wie weit die Entwicklung tatsächlich vorangeschritten war. Reillys Aussage stammt aus dem März 2025 – einem Zeitpunkt, zu dem das Projekt laut seiner Einschätzung noch auf einer internen Roadmap existierte. Gleichzeitig bestätigte er, dass Aspyr Media bereits nicht mehr an den KOTOR-Neuauflagen beteiligt war. Stattdessen habe Mad Head Games die Arbeiten entweder übernommen oder sollte sie übernehmen.
GameFile hat nach Veröffentlichung der Dokumente bei den beteiligten Studios sowie bei Lucasfilm nachgefragt. Eine Stellungnahme blieb bisher aus. Damit bleibt offen, ob die beiden Remakes eingestellt, pausiert oder weiterhin in Entwicklung sind. Bis eine offizielle Bestätigung erfolgt, bleibt die Zukunft der Neuauflagen ein unbeantworteter Teil der modernen „Star Wars“-Spielelandschaft.
























