Ein Franchise unter Druck

Über Jahre galt „Call of Duty“ als verlässliche Konstante im Shooter-Markt. Jährliche Veröffentlichungen, hohe Verkaufszahlen und eine enorme Reichweite machten die Serie zu einem der wichtigsten Umsatzträger von Activision. Doch zuletzt mehrten sich die Anzeichen von Ermüdung – bei Spielern ebenso wie bei Investoren. Mit dem Start von „Black Ops 7“ erreichte diese Entwicklung offenbar einen neuen Tiefpunkt.

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Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass die Erwartungen klar verfehlt wurden. Vor allem in Relation zu früheren Teilen soll der neueste Ableger deutlich schwächer abgeschnitten haben. Das bleibt nicht ohne Folgen, denn seit der Übernahme von Activision Blizzard steht das Franchise verstärkt unter der Beobachtung von Microsoft.

Insbesondere aus Redmond soll nun ein schärferer Ton kommen. Interne Ergebnisse und Prognosen sollen dort für Unzufriedenheit sorgen – und offenbar wächst der Druck, das Erfolgsrezept der Reihe grundsätzlich zu überdenken.

„Grundlegende Änderungen“: Microsoft erhöht den Druck

Laut dem bekannten „Call of Duty“-Insider TheGhostofHope, der sich auf interne Quellen beruft, sei die Entwicklung bereits länger problematisch. Schon „Black Ops 6“ habe im Vorjahr intern enttäuscht und die Erwartungen deutlich nach unten korrigiert. Die schwachen Verkaufszahlen von „Black Ops 7“ sollen diese Sorgen nun bestätigt haben. Quelle der Berichte ist ein Beitrag auf X, aufgegriffen unter anderem von TwistedVoxel.

Demnach fordere Microsoft „grundlegende Änderungen“ am Geschäftsmodell. Ziel sei ein gleichmäßigerer Einnahmestrom bei zugleich geringeren Entwicklungskosten. Dabei sei, so der Insider wörtlich, „nichts vom Tisch“. Genannt werden unter anderem mögliche Studiofusionen, um Abläufe effizienter zu gestalten, sowie eine umfassende Überarbeitung der Monetarisierung.

Erste Auswirkungen sollen bereits spürbar sein. So heißt es, Budgets für spätere Post-Launch-Saisons von „Black Ops 7“ seien gekürzt worden. Welche Inhalte konkret betroffen sind, bleibt offen. Gleichzeitig bestätigte Activision offiziell eine Änderung im Veröffentlichungsrhythmus: Künftig sollen neue „Modern Warfare“- und „Black Ops“-Titel nicht mehr strikt im Jahreswechsel erscheinen. Stattdessen wolle man den Teams mehr Entwicklungszeit geben, um „ein absolut einzigartiges Spielerlebnis“ zu schaffen. Details zu einem neuen Gesamtkonzept für „Call of Duty“ sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

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