Obsidian Entertainment gehört seit Jahren zu den renommiertesten Rollenspielstudios der Branche. Mit mehreren Veröffentlichungen innerhalb kurzer Zeit steht das Studio zuletzt besonders im Fokus. Nun hat Obsidian ungewöhnlich offen über interne Entwicklungen gesprochen und dabei nicht nur Erfolge, sondern auch verfehlte Ziele eingeräumt.

Im Gespräch mit Bloomberg erklärt das Studio, dass sowohl The Outer Worlds 2 als auch Avowed wirtschaftlich solide gestartet sind, die internen Verkaufserwartungen jedoch nicht erreicht haben. Die Prognosen seien im Vorfeld höher angesetzt gewesen, als es der Markt letztlich hergegeben habe.

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Trotz überwiegend positiver Kritiken zeigt sich damit eine Entwicklung, die in der Branche häufiger zu beobachten ist. Große Namen garantieren nicht automatisch entsprechende Verkaufszahlen. Für Obsidian ist diese Erkenntnis Teil einer nüchternen Bestandsaufnahme, nicht Ausdruck eines grundsätzlichen Misserfolgs.

Überraschungserfolg, klare Entscheidungen und neue Lehren

Einen deutlichen Gegenpol bildet Grounded 2. Der Titel entwickelt sich laut Studio zum unerwarteten Erfolg und übertrifft die internen Erwartungen spürbar. Damit scheint die Zukunft dieser Marke gesichert, während andere Reihen neu bewertet werden.

So stellt Obsidian klar, dass es aktuell keine Pläne für einen dritten Teil von The Outer Worlds gibt. Diese Entscheidung sei keine Abwertung der Marke, sondern das Ergebnis strategischer Prioritäten. Ressourcen sollen gezielter eingesetzt und Projekte klarer voneinander getrennt werden.

Ein weiterer Faktor ist die wirtschaftliche Vorgabe des Mutterkonzerns Microsoft. Laut Bloomberg gelten für viele Xbox-Studios Renditeziele von rund 30 Prozent. Diese Rahmenbedingungen erklären auch, warum mehrere Titel zusätzlich auf PlayStation erscheinen, um neue Einnahmequellen zu erschließen.

Intern zieht Obsidian ebenfalls Konsequenzen. Studio-Veteran Josh Sawyer räumt ein, dass drei Veröffentlichungen in kurzer Zeit für die Teams eine hohe Belastung darstellen. Künftig will das Studio Releases besser staffeln, Planungsfehler vermeiden und den Fokus stärker auf nachhaltige Entwicklungszyklen legen. Mit rund 280 Mitarbeitenden setzt Obsidian damit auf Stabilität statt Tempo.

FAQ

Welche Spiele blieben hinter den Erwartungen zurück?
The Outer Worlds 2 und Avowed erreichten solide Verkaufszahlen, verfehlten aber die internen Prognosen.

Welches Spiel war ein Überraschungserfolg?
Grounded 2 übertraf die Erwartungen deutlich und gilt intern als großer Erfolg.

Gibt es Pläne für The Outer Worlds 3?
Aktuell nicht. Obsidian priorisiert andere Projekte.

Warum erscheinen Obsidian-Spiele auch auf PlayStation?
Höhere Profitziele von Microsoft machen zusätzliche Plattformen wirtschaftlich sinnvoll.

Wie groß ist das Obsidian-Team derzeit?
Das Studio beschäftigt rund 280 Entwickler.

Was ändert Obsidian künftig in der Planung?
Veröffentlichungen sollen besser verteilt und die Teams stärker entlastet werden.

Hat der Misserfolg Auswirkungen auf das Studio?
Nein, Obsidian spricht von Anpassungen, nicht von Einschnitten.

Worauf liegt künftig der Fokus?
Auf klaren Prioritäten, gesunden Produktionsstrukturen und langfristiger Planung.

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