Kaum ein Spieluniversum wird so regelmäßig auf seine Tonalität abgeklopft wie World of Warcraft. Nach dem zuletzt veröffentlichten Housing-Cinematic mehrten sich Stimmen, die dem MMORPG eine zunehmende Verniedlichung attestierten. Kommentare wie „Seit wann ist WoW so niedlich?“ oder „Das wirkt ja fast wie Disney“ kursierten in Community-Diskussionen.

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Mit dem neuen Cinematic „Überlegenheit“ setzt Blizzard nun einen deutlichen Kontrapunkt. Das Video rückt die düstere Mythologie des Warcraft-Universums in den Mittelpunkt und knüpft stärker an jene Dark-Fantasy-Elemente an, die das Franchise seit den frühen Tagen begleiten. Statt bunter Nachbarschaftsszenen dominieren hier Leere, Bedrohung und existenzielle Fragen.

Das Cinematic erscheint im Kontext der laufenden Handlung rund um die Leerenmächte und bereitet zentrale Figuren für die kommende Erweiterung vor. Insbesondere die Rolle von Xal’atath wird dabei neu eingeordnet.

„Ich werde keine Marionette sein“ – Xal’ataths Ursprung und ein verstörendes Bild

Im Mittelpunkt des Videos steht der Nexus-König Salhadaar, der im Kampf gegen Diener der Leere versucht, ein Portal zu öffnen, um sein verbliebenes Volk zu retten. In diesem Moment erscheint Xal’atath. Die Zeit scheint stillzustehen, während sie den König direkt anspricht und ihm ein Bündnis anbietet. Salhadaar lehnt ab und erklärt sinngemäß, er werde sich keiner weiteren Macht unterwerfen.

Daraufhin offenbart Xal’atath einen Teil ihrer Vergangenheit. Sie beschreibt sich als einst sterbliches Wesen – ein Motiv, das in der Warcraft-Lore bislang nicht in dieser Form bestätigt war. Das Cinematic visualisiert diese Erzählung in drastischen Bildern: Eine kleine, kindlich wirkende Gestalt irrt durch eine düstere Landschaft, umgeben von erstarrten Körpern. Aus einem Leerenstrom am Himmel greifen Ranken nach ihr, bis ihr Körper verzerrt und schließlich vollständig von der Leere verschlungen wird.

Gerade diese Darstellung verleiht dem Video seine beklemmende Wirkung. Verzerrte Gesichter, kreischende Soundeffekte und kurze Schreckmomente unterstreichen den Horror-Charakter. Dass die ursprüngliche Gestalt Xal’ataths vergleichsweise klein und beinahe kindlich erscheint, verstärkt die Irritation zusätzlich. Ob ihre Schilderung der Wahrheit entspricht, bleibt offen – in der bisherigen Lore gilt Xal’atath allerdings als manipulierend, jedoch nicht als offen lügend.

Salhadaar selbst ist kein unbekannter Charakter. Er fungiert als vorletzter Boss im Raid „Manaschmiede Omega“ und wird dort nicht getötet, sondern von Xal’atath absorbiert. Das Cinematic deutet an, dass er weiterhin eine Rolle im kommenden Kapitel rund um „Midnight“ spielt – wenn auch unter neuen Vorzeichen.

Ein Universum zwischen Gegensätzen

Das neue Cinematic verdeutlicht, dass World of Warcraft weiterhin beide Extreme bedienen kann: verspielte, beinahe humorvolle Szenen auf der einen und kompromisslos düstere Momente auf der anderen Seite. Diese Dualität prägt das Franchise seit seiner Entstehung. Bereits frühere Erweiterungen wie „Wrath of the Lich King“ oder „Legion“ kombinierten farbenfrohe Fantasy-Elemente mit apokalyptischen Themen.

„Überlegenheit“ zeigt nun erneut, dass das Spieluniversum nicht auf eine einzige Tonalität festgelegt ist. Während Housing-Features und kosmetische Inhalte einen leichteren Zugang bieten, bleibt die narrative Kernhandlung von kosmischen Mächten, Verrat und existenziellen Konflikten bestimmt.

Für die weitere Entwicklung der Story – insbesondere im Hinblick auf „Midnight“ – liefert das Cinematic wichtige Hinweise. Wie loyal Salhadaar tatsächlich ist und welche Absichten Xal’atath verfolgt, bleibt jedoch vorerst unbeantwortet.

FAQ zum neuen WoW-Cinematic „Überlegenheit“

1. Worum geht es im Cinematic „Überlegenheit“?
Es zeigt ein Treffen zwischen Xal’atath und Nexus-König Salhadaar sowie eine mögliche Offenbarung zu Xal’ataths Herkunft.

2. Ist Salhadaar im Spiel gestorben?
Nein. Im Raid „Manaschmiede Omega“ wird er besiegt, aber nicht getötet, sondern von Xal’atath absorbiert.

3. Was wird über Xal’ataths Vergangenheit enthüllt?
Sie behauptet, einst ein sterbliches Wesen gewesen zu sein, das von der Leere verschlungen wurde.

4. Sind die gezeigten Ereignisse bestätigt kanonisch?
Das Cinematic liefert Hinweise, lässt jedoch offen, ob Xal’ataths Darstellung vollständig der Wahrheit entspricht.

5. Warum wird das Video als besonders düster wahrgenommen?
Es enthält Horror-Elemente wie verzerrte Gesichter, Schreckmomente und die drastische Darstellung einer Transformation.

6. Hat das etwas mit der Erweiterung „Midnight“ zu tun?
Ja. Das Cinematic bereitet zentrale Figuren und Konflikte für die kommende Handlung vor.

7. Verändert das die Ausrichtung von World of Warcraft?
Es zeigt, dass das Spiel weiterhin sowohl helle als auch sehr dunkle Erzählstränge parallel bedienen kann.

8. Wo kann man das Cinematic sehen?
Das Video ist offiziell über die Kanäle von Blizzard Entertainment veröffentlicht worden.

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