
Der taiwanische Hersteller MSI hat angekündigt, dass Gaming-Hardware in diesem Jahr deutlich teurer wird. Laut Unternehmensangaben liegen die Preissteigerungen bei manchen Produkten zwischen 15 und 30 Prozent. Grund dafür sind die stark gestiegenen Kosten für Arbeitsspeicher und SSDs sowie eine eingeschränkte Verfügbarkeit von Grafikkarten. Besonders Spieler, die auf neue GPUs der Nvidia GeForce RTX-Serie setzen, müssen sich auf höhere Preise einstellen.
Die aktuelle Situation belastet den PC-Markt spürbar. MSI rechnet damit, dass das Gesamtvolumen in diesem Jahr um bis zu 20 Prozent schrumpfen könnte. Gleichzeitig sollen höhere Durchschnittspreise die rückläufigen Stückzahlen teilweise ausgleichen. Der Hersteller sieht darin auch die Möglichkeit, seine Strategie stärker auf margenstärkere Produkte auszurichten. Einstiegsmodelle werden reduziert, während leistungsstarke Grafikkarten und Gaming-Laptops im Vordergrund stehen.
Fokus auf High-End-Hardware
Mit der Neuausrichtung möchte MSI die Nachfrage nach Premium-Produkten bedienen. Modelle wie die Nvidia GeForce RTX 5060 oder 5070 sollen dabei helfen, den durchschnittlichen Verkaufspreis zu erhöhen. Gleichzeitig sieht das Unternehmen eine Entlastung im Wettbewerb, da höhere Preise am Markt leichter durchgesetzt werden können. Für Gamer bedeutet das, dass günstige Einstiegssysteme seltener werden und der Fokus auf qualitativ hochwertiger Hardware liegt.
Die angespannte Versorgungslage wirkt sich vor allem auf Speicher aus. Innerhalb eines Jahres sind die Preise für 16-GB-RAM-Module von etwa 40 US-Dollar auf bis zu 200 US-Dollar gestiegen. Diese Entwicklung beeinflusst auch die Mainboards, wobei MSI vermehrt wieder auf DDR4-Kompatibilität setzt, um flexiblere Optionen zu bieten. DDR5 verliert in diesem Segment an Dominanz, wodurch sich das Verhältnis der unterstützten Speicherstandards verschiebt.
Expansion ins Server- und KI-Geschäft
Neben der klassischen Gaming-Hardware plant MSI, stärker in den Servermarkt zu investieren. Lösungen für Rechenzentren und KI-Anwendungen sollen zukünftig ein wachsendes Geschäftsfeld darstellen. In den kommenden drei bis fünf Jahren erwartet das Unternehmen hier jährliche Wachstumsraten von bis zu 100 Prozent. Neue Produktionskapazitäten und spezialisierte KI-Server sollen langfristig die Margen verbessern und die Abhängigkeit von volatilen Konsumentenmärkten verringern.
Ausblick für Spieler
Das Jahr 2026 wird für den Gaming-Markt herausfordernd bleiben. Lieferengpässe und steigende Preise wirken sich direkt auf die Kaufentscheidungen aus. MSI geht davon aus, dass Kunden Preiserhöhungen eher akzeptieren, da die Aussicht auf weitere Steigerungen die Bereitschaft zum Kauf erhöht. Gleichzeitig werden die Veränderungen im Sortiment langfristig den Markt neu strukturieren und das Angebot auf High-End-Hardware konzentrieren.


























