Assassin’s Creed zählt seit über anderthalb Jahrzehnten zu den wichtigsten Reihen im Portfolio von Ubisoft. Der weltweite Erfolg beruht auf einer Mischung aus historischer Fiktion, Stealth-Mechaniken und akrobatischer Fortbewegung. In den vergangenen Jahren verschob sich der Fokus jedoch zunehmend hin zu großflächigen Open-World-RPGs – ein Wandel, der die Fanbasis spürbar spaltete.

Nun kündigt das Unternehmen eine deutliche Kurskorrektur an. In einem Interview mit Game Director Simon Lemay-Comtois wurden erstmals konkrete Eckpunkte genannt, die Einfluss auf mehrere kommende Teile der Reihe haben sollen. Die Aussagen geben einen selten offenen Einblick in die strategische Ausrichtung des Franchise.

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„Parkour muss wieder eine tragende Säule sein“

Rückkehr eines Kernmerkmals

Ein zentrales Thema des Interviews ist die Rückbesinnung auf das bewegungsintensive Parkour-System, das die frühen Teile der Serie prägte. Lemay-Comtois betont, dass dieser Aspekt künftig wieder stärker im Vordergrund stehen soll. Nach einer Phase, in der Open-World-RPG-Elemente dominierten, will Ubisoft den akrobatischen Spielfluss neu priorisieren.

Das aktuelle Shadows-Team arbeite bereits daran, das Bewegungsset im Rahmen der Post-Launch-Phase weiter auszubauen. Ziel sei es, das Fundament zu stärken, auf dem die Serienidentität seit jeher aufbaut: schnelle Ortswechsel über Dächer, vertikale Routenführung und fluide Übergänge von Stealth zu Mobilität.

Shadows als strategischer Wendepunkt

Der jüngste Erfolg von Assassin’s Creed Shadows – sowohl wirtschaftlich als auch bei den Kritiken – dient intern als Bestätigung für diesen Weg. Die Entwickler sehen im positiven Feedback zu den Parkour-Elementen den Beweis, dass Spieler weiterhin Wert auf dieses klassische Serienmerkmal legen. Entsprechend soll das System in zukünftigen Projekten systematisch erweitert und modernisiert werden.

Interne Debatte über zwei Protagonisten

Chancen und Risiken des Dual-Ansatzes

Ein weiterer Punkt betrifft das mögliche Comeback zweier spielbarer Hauptfiguren. Dieses Konzept kam bereits in „Assassin’s Creed Syndicate“ sowie nun erneut in Shadows zum Einsatz. Laut Lemay-Comtois eröffnet ein Dual-Ansatz sowohl erzählerisch als auch spielmechanisch zusätzliche Optionen. Gleichzeitig räumt er ein, dass unterschiedliche Spielerpräferenzen in der Vergangenheit zu kontroversen Reaktionen geführt haben.

Die interne Debatte konzentriert sich daher auf die Frage, in welchen historischen Epochen zwei Perspektiven einen wirklichen Mehrwert liefern. Ubisoft wolle das Modell nur fortführen, wenn es sich sinnvoll in Setting und Handlung einfügt.

Blick nach vorn: Analyse statt Experiment

Laut Ubisoft befindet sich die Reihe in einer Phase intensiver Auswertung. Rückmeldungen der Community spielen dabei eine große Rolle. Entwickelt wird derzeit an einer Mischung aus traditionellen Gameplay-Elementen, moderner Action-RPG-Struktur und erzählerischen Neuerungen. Ob duale Protagonisten dafür erneut eingeplant werden, hängt von der jeweiligen Projektvision ab.

Mit dieser kombinierten Herangehensweise will Ubisoft sicherstellen, dass die Identität des Franchise gewahrt bleibt, während gleichzeitig Raum für neue Impulse entsteht.

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