
CD Projekt RED arbeitet längst am Nachfolger von „Cyberpunk 2077“. Unter dem internen Projektnamen Project Orion entsteht ein neues Rollenspiel im bekannten Science-Fiction-Universum. Offizielle Details bleiben rar, doch neue Analystenprognosen liefern erstmals einen konkreteren Zeitrahmen. Demnach könnte Cyberpunk 2 deutlich später erscheinen, als viele Fans erwartet haben.
Ein Release im Jahr 2030 wirkt auf den ersten Blick ernüchternd. Betrachtet man jedoch die aktuelle Produktionslage, die technische Ausrichtung und die langfristige Strategie des Studios, fügt sich diese Einschätzung in ein schlüssiges Gesamtbild.
Frühe Entwicklung, klare Prioritäten
Derzeit befindet sich Cyberpunk 2 noch in einer frühen Entwicklungsphase. Rund 130 Entwickler arbeiten aktuell an dem Projekt, diese Zahl soll in den kommenden Jahren deutlich steigen. Von einer Vollproduktion kann noch keine Rede sein. Entsprechend vorsichtig agiert CD Projekt RED bei Zeitangaben und vermeidet konkrete Release-Fenster.
Die Prognose eines polnischen Marktanalysten, der einen Launch im vierten Quartal 2030 erwartet, gilt daher nicht als Warnsignal, sondern als realistische Einschätzung. Sie basiert weniger auf Verzögerungen als auf der nüchternen Analyse des Entwicklungsstands. Offizielle Bestätigungen dazu gibt es bislang nicht.
Auffällig ist zudem die langfristige Planung innerhalb des Studios. Cyberpunk 2 wird nicht als kurzfristiger Nachfolger positioniert, sondern als Großprojekt, das erst dann erscheinen soll, wenn technisches Fundament, Teamstruktur und Produktionsprozesse vollständig greifen.
Multiplayer, Budget und die Lehren aus 2077
Ein zentraler Unterschied zum Vorgänger liegt im geplanten Multiplayer. Dieser soll von Beginn an fest integriert sein und nicht nachträglich ergänzt werden. Solche Systeme erfordern erheblichen Mehraufwand: Serverinfrastruktur, Balancing, Sicherheitskonzepte und langfristige Wartung erhöhen Komplexität und Entwicklungszeit deutlich.
Entsprechend hoch fällt auch das kolportierte Budget aus. Analysten rechnen mit rund 1,5 Milliarden Złoty, umgerechnet etwa 400 Millionen US-Dollar. Damit würde Cyberpunk 2 selbst die ursprüngliche Entwicklung von „Cyberpunk 2077“ übertreffen und sich klar als Prestigeprojekt positionieren.
Interessant bleibt der Vergleich der Entwicklungszeiträume. Während der erste Teil fast ein Jahrzehnt durchlief – inklusive interner Neustarts –, könnte Cyberpunk 2 mit etwa fünf bis sechs Jahren aktiver Produktion auskommen. Der späte Release wirkt daher weniger wie eine Verzögerung, sondern eher wie eine bewusste Entscheidung für Qualitätssicherung und Risikominimierung.
Parallel deutet vieles darauf hin, dass „The Witcher 4“ früher erscheint und den nächsten großen Release des Studios markiert. Cyberpunk 2 würde damit bewusst Abstand erhalten – als langfristiges Projekt mit klar definiertem Anspruch.
Ein Release im Jahr 2030 mag für Fans schwer zu akzeptieren sein. Aus strategischer Sicht erscheint er jedoch nachvollziehbar. Nach den Erfahrungen rund um „Cyberpunk 2077“ setzt CD Projekt RED offenbar auf Vorsicht, Planungssicherheit und ein stabiles Fundament. Nicht Schnelligkeit, sondern Verlässlichkeit steht diesmal im Vordergrund.
























