Gaming wird oft mit schnellen Reflexen junger Spieler verbunden. Doch ein Turnier in Japan stellt dieses Bild infrage. Dort sorgte eine 92-jährige Teilnehmerin für internationale Aufmerksamkeit, nachdem sie sich bei einem offiziell organisierten „Tekken 8“-Wettbewerb gegen deutlich jüngere Konkurrenz durchsetzte.

Das Event richtete sich gezielt an ältere Spieler und wurde von der Care Esports Association ausgerichtet, einer Organisation, die Esports-Formate für Senioren etabliert. Videos des Turniers verbreiteten sich rasch in sozialen Netzwerken – nicht zuletzt wegen der beeindruckenden Leistung der Siegerin.


Ein Turnier für Senioren – mit professionellem Anspruch

Das Tekken-8-Event brachte Teilnehmer im Alter zwischen etwa 70 und 95 Jahren zusammen. Gespielt wurde unter Turnierbedingungen mit Kommentatoren und klarer Wettkampfstruktur. Ziel war es, älteren Menschen eine Bühne zu bieten, auf der sie ihre Fähigkeiten zeigen können – jenseits von Show oder reiner Freizeitbeschäftigung.

Die Veranstalter beschreiben das Format als „gesundheitsfördernden Sport“, der Senioren dabei unterstützen soll, „ein glückliches, gesundes und aktives Leben zu führen“. Damit positioniert sich das Turnier bewusst zwischen Wettbewerb und sozialem Projekt, ohne den sportlichen Anspruch zu verlieren.

Schon vor Beginn galt Hisako Sakai, 92 Jahre alt, als ernstzunehmende Anwärterin auf den Titel. Sie trat mit Claudio Serafino an und überzeugte früh durch präzise Steuerung und klares Spielverständnis.


Dominanter Sieg und ein klares Zeichen an die Szene

Sakai spielte sich souverän bis ins Finale vor. Im Halbfinale setzte sie sich gegen die 95-jährige Sadayuki Kato durch, die Armor King wählte. Auch das Endspiel verlief eindeutig: Gegen Goro Sugiyama, die mit Lili antrat, ließ die 92-Jährige keinen Zweifel am Ausgang der Partie.

Bemerkenswert war nicht nur der Turniersieg, sondern auch die Kontrolle über Tempo und Raum, die selbst die Kommentatoren sichtbar überraschte. Sakai hatte bereits vor dem Wettbewerb selbstbewusst angekündigt, den Titel holen zu wollen – und löste dieses Versprechen ein.

Der Erfolg unterstreicht, dass kompetitives Gaming keine Frage des Alters ist. Vielmehr zeigt das Turnier, welches Potenzial Esports-Formate für neue Zielgruppen bieten können – vorausgesetzt, sie werden ernsthaft organisiert und zugänglich gestaltet.

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