Als Battlefield 6 im Oktober 2025 erschien, musste der neue Teil gleich mehrere Erwartungen erfüllen: ein gelungener Neustart nach dem holprigen Vorgänger, ein moderner Multiplayer-Shooter und dennoch ein Spiel, das seine Wurzeln nicht verleugnet. Nach dem Desaster rund um den vorherigen Serienteil war der Druck hoch – Entwickler DICE stand vor der Aufgabe, sowohl Veteranen zurückzugewinnen als auch neugierige Neulinge zu begeistern.

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Der Start verlief vielversprechend. Die Community sprach von einem „Zurück zu alter Stärke“, die Maps fanden Anklang und das Waffengefühl traf genau jenen Mix aus Realismus und Blockbuster-Action, der die Serie seit jeher prägt. Doch ein Detail sorgt seit Tagen für hitzige Diskussionen: das Movement. Und hier gehen die Meinungen weiter auseinander, als vielen lieb ist.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein Clip, der auf Reddit hohe Wellen schlug. Unter dem provokanten Titel „Ich bin call-of-dutied worden“ schilderte User sgtgiacomo seine Frustration – und gab damit unfreiwillig den Startschuss für eine der größten Kontroversen seit Release.

„Ich bin call-of-dutied worden“ – Ein Clip entfacht einen Sturm

Warum ein kurzer Moment die Fanbase spaltet

Der umstrittene Clip zeigt eine Szene, die viele Shooter-Spieler kennen: Ein Spieler wartet konzentriert hinter einer Ecke, bereit für den nächsten Gegner. Doch anstatt eines klassischen Feuergefechts rutscht sein Kontrahent plötzlich am Boden entlang, springt aus der Bewegung heraus und eliminiert ihn im selben Moment. Das Manöver wirkt vertraut – aber nicht, wie man es aus Battlefield kennt.

Solche Bewegungsabläufe verbinden viele Spieler spontan mit Call of Duty, wo schnelle Slide-Jumps und aggressive Sprungfeuerwechsel seit Jahren zum Standard gehören. Dass nun ähnliche Aktionen auch in Battlefield 6 auftreten, löst bei Teilen der Community Unbehagen aus. Vor allem langjährige Fans empfinden diese Dynamik als Bruch mit dem Kern der Reihe, die traditionell stärker auf taktisches Positioning und weniger auf schnelle Bewegungsakrobatik setzt.

In der Kommentarspalte unter sgtgiacomos Beitrag zeigt sich das ganz deutlich. Einige Nutzer fordern sogar, das Spiel solle das Schießen während Sprüngen oder Bodenrutschen komplett blockieren. Für sie verwässert die neue Bewegungsfreiheit das typische Battlefield-Gefühl, das bislang eher von schwerer Ausrüstung, langsamerem Handling und intensiven Feuergefechten bestimmt wurde.

Zwischen Anspruch und Trend – Was die Debatte wirklich zeigt

DICE sucht den Sweetspot – doch nicht jeder ist zufrieden

Die Entwickler stehen damit vor einer alten, aber wieder brandaktuellen Frage: Wie modern darf ein Battlefield sein, ohne seinen Kern zu verlieren? Schon in der Vergangenheit zeigte sich, dass die Reihe immer wieder vorsichtig Modernisierungen ausprobierte, jedoch nie so drastisch wie andere Shooter. Gleichzeitig lässt sich nicht ignorieren, dass ein Großteil der Zielgruppe inzwischen an schnellere, dynamischere Multiplayer-Erfahrungen gewöhnt ist.

Aus Insiderkreisen ist zudem bekannt, dass sich vor allem jüngere Spieler an die Bewegungsfreiheit aktueller Shooter gewöhnt haben – und genau sie möchte Electronic Arts verstärkt ansprechen. Hinzu kommt die Konkurrenz: Titel wie Call of Duty oder sogar Helldivers 2 haben gezeigt, wie viel Einfluss modernes Movement auf Spielerzahlen haben kann.

Ob Battlefield 6 allerdings dauerhaft diesen Weg geht oder mit einem großen Balance-Patch die Geschwindigkeit wieder reduziert, bleibt abzuwarten. Traditionell reagiert DICE in den ersten Monaten eines Releases intensiv auf das Community-Feedback – und genau dieses Feedback ist aktuell laut, emotional und eindeutig zweigeteilt.

Fest steht: Die Debatte zeigt nicht nur, wie leidenschaftlich die Fans an ihrer Serie hängen, sondern auch, wie schwierig es für Entwickler geworden ist, alte Erwartungen mit modernen Trends zu vereinen. Battlefield 6 wollte ein Comeback feiern – und hat stattdessen eine Diskussion über Identität entfacht, die möglicherweise über die Zukunft der Serie entscheidet.

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