
Ninja Theory gilt seit Jahren als Studio, das erzählerischen Anspruch mit technischer Präzision verbindet. Spätestens mit „Hellblade: Senua’s Sacrifice“ und dessen Nachfolger hat sich das britische Team einen festen Platz im narrativen Action-Adventure-Segment gesichert. Doch nun deuten neue Insider-Informationen auf einen strategischen Kurswechsel hin: Ein lange angekündigtes Projekt verschwindet offenbar in der Schublade, während ein anderes deutlich an Bedeutung gewinnt.
Im Zentrum der aktuellen Diskussion steht das experimentelle Horror-Projekt „Project Mara“, das 2020 erstmals vorgestellt wurde. Parallel dazu verdichten sich Hinweise, dass Ninja Theory seine gesamte kreative Energie auf „Hellblade 3“ bündelt – und dabei gezielt auf frühere Kritik reagiert.
„Nur ein Konzept“ – Project Mara offenbar gestoppt
Nach Informationen des Microsoft-Insiders und Windows-Central-Journalisten Jez Corden befindet sich „Project Mara“ nicht mehr in aktiver Entwicklung. Die Aussage fiel im Podcast The Xbox Two (via AltChar), in dem Corden den Status des Projekts einordnete. Demnach sei das Vorhaben intern nie als vollwertiges Spiel, sondern eher als konzeptionelle Studie angelegt gewesen.
„Project Mara war nur ein Konzept; es ist kein Spiel, an dem sie derzeit arbeiten“, erklärte Corden wörtlich. Ziel des Projekts war es, mithilfe fotorealistischer Technik und psychologischer Forschung eine besonders intensive Form mentalen Horrors darzustellen. Das gesamte Szenario sollte sich in einem einzigen Apartment abspielen, das per LiDAR-Scan detailgetreu digitalisiert wurde.
Die Idee war eng mit Ninja Theorys „Insight Project“ verknüpft, einer Initiative, die Spieleentwicklung mit klinischer Neurowissenschaft verbindet. Auch wenn Corden eine mögliche Rückkehr zu dem Konzept nicht ausschließt, liegt „Project Mara“ vorerst auf Eis. Für Beobachter ist das ein klares Signal, dass das Studio seine Ressourcen neu priorisiert.
„Mehr als ein interaktiver Film“ – Hellblade 3 reagiert auf Kritik
Die freigewordenen Kapazitäten sollen nun vollständig in „Hellblade 3“ fließen. Laut Corden hat Microsoft dem Projekt bereits grünes Licht gegeben. Besonders interessant sind dabei die geplanten inhaltlichen Anpassungen, denn Ninja Theory scheint auf Rückmeldungen der Community zu reagieren.
Sowohl „Hellblade: Senua’s Sacrifice“ als auch „Senua’s Saga: Hellblade 2“ wurden für ihre audiovisuelle Qualität gelobt, gleichzeitig aber für ihre starke Linearität kritisiert. Begriffe wie „Walking Simulator“ tauchten in Diskussionen immer wieder auf. Genau hier setzt der dritte Teil offenbar an.
„Es wird ein bisschen interaktiver sein als Hellblade 1 und 2“, so Corden im Podcast. Ziel sei es, die spielerische Freiheit zu erhöhen und Kampf- sowie Gameplay-Systeme auszubauen. Ninja Theory wolle „mehr daraus ein echtes Spiel machen“ und damit eine größere Zielgruppe erreichen, ohne die erzählerische Identität der Reihe aufzugeben.
Trotz der ambitionierten Pläne bleibt Geduld gefragt. Als vergleichsweise kleines Studio arbeitet Ninja Theory weiterhin mit begrenzten Ressourcen. Da „Hellblade 2“ erst im Mai 2024 erschienen ist, rechnen Branchenbeobachter frühestens 2027 oder 2028 mit dem dritten Teil. Bis dahin bleibt die aktuelle Generation von Hellblade-Titeln der Maßstab – technisch weiterentwickelt, inhaltlich aber offenbar nicht der Endpunkt für Senuas Reise.
























