
Seit Tagen kursiert nahezu zehn Minuten internes Material zum „Prince of Persia: Sands of Time Remake“ im Netz. Rohes Gameplay, unfertige Animationen, Ideen zu Farahs Rolle – eigentlich genau das, was Studios fürchten. Doch Ubisoft zeigt sich ungewöhnlich locker. Statt Alarmstimmung heißt es in einem offiziellen Statement: „Schön zu hören, dass es euch gefallen hat … Das Material stammt aus einem Workshop von Anfang 2024.“ Eine fast nonchalante Antwort auf einen Leak, der weltweit hohe Wellen schlug.
Diese Gelassenheit wirft Fragen auf: Wie alt ist das Material wirklich? Wie groß sind die Veränderungen? Und warum sieht Ubisoft den Leak eher als Relikt denn als Risiko? Die Antwort führt tief in die Entwicklungsgeschichte eines Remakes, das turbulenter verlief als nahezu jedes große Projekt der letzten Jahre.
„Das stammt aus einem Workshop“: Was der Leak wirklich zeigt
„Eine Momentaufnahme, nicht das Ergebnis“ – Ubisofts ungewöhnlich offenes Statement
Das geleakte Video wirkt auf den ersten Blick wie ein früher Gameplay-Prototyp: unfertige Animationen, Story-Skizzen, unfertige Übergänge. Tatsächlich stammt das Material aus einem Community-Workshop, den Ubisoft Anfang 2024 durchführte. Dort holte man gezielt Feedback ein – völlig ohne Marketingpolitur.
Dass Ubisoft dieses Detail offen zugibt, zeigt zwei Dinge: Erstens sieht das Studio keinen Schaden, weil das Material ohnehin nie für die Öffentlichkeit gedacht war. Zweitens betont man fast schon demonstrativ, wie stark sich das Remake seitdem verändert habe.
Nach der kompletten Neuaufstellung 2023 – damals wechselte das Projekt vollständig zu Ubisoft Montreal zurück – wurde vieles überarbeitet: Animationspipelines, Kampffluss, Umgebungsarchitektur, selbst grundlegende Systemschnittstellen. Der Leak zeigt also eher die Entwicklungsrichtung, aber nicht das aktuelle Ergebnis.
Ein Projekt im Umbau – und warum der Zeitpunkt entscheidend ist
Die interne Neuausrichtung brachte eine Art Neustart. Montreal übernahm die kreative Führung, während ältere Ansätze verworfen wurden. Deshalb ist es glaubwürdig, dass die im Leak sichtbaren Elemente längst ersetzt oder weiterentwickelt wurden. Besonders in Remake-Projekten entstehen Funktionsprototypen, die nur intern existieren, bevor die finale Vision feststeht.
Wer also erwartete, der Leak würde das fertige Spiel enthüllen, lag falsch. Ubisoft nutzt die Gelegenheit, um klarzustellen: Das echte Remake existiert in einer Form, die wir noch nicht gesehen haben – und anscheinend bewusst zurückgehalten wurde.
Kapitel 2 – „Nächstes Jahr zeigen wir mehr“: Was Ubisofts Re-Reveal wirklich bedeutet
Der Fahrplan rückt näher – und plötzlich wirkt alles greifbar
Dass Ubisoft ausdrücklich „nächstes Jahr“ ein Re-Reveal plant, ist mehr als nur eine beruhigende PR-Floskel. Laut internen Zeitplänen steht der Release weiterhin vor dem 31. März 2026 – ein Fenster, das seit Jahren als Richtwert gilt. Ein neues Update für 2026 wurde bereits bestätigt.
Dass das Studio jetzt offensiv kommuniziert, ist ein gutes Zeichen. Lange war das Remake ein Projekt voller Unsicherheiten, Verzögerungen und Missverständnisse. Nun aber scheint es wieder Richtung Stabilität zu gehen – mit klarer Botschaft: Das Spiel lebt, und es macht Fortschritte.
Was Fans jetzt wirklich erwarten dürfen
Für Liebhaber des Klassikers bedeutet das: Der Leak war ein Blick in die Vergangenheit, nicht die Zukunft. Viel interessanter wird nun die Frage, wie Ubisoft die Balance schafft – zwischen der nostalgischen Identität des Originals und modernen Mechaniken, die 2026 zeitgemäß wirken müssen.
Wird der ikonische Zeitrückspul-Mechanismus neu interpretiert? Wie viel filmischer wird die Inszenierung? Welche Rolle übernimmt Farah im neuen Ansatz? Und bleibt die legendäre Stimmung aus dem Jahr 2003 erhalten?
























