Ein neues Spielejahr wirft seine Schatten voraus – und selten waren die Erwartungen an kommende Releases so hoch wie für 2026. Große Publisher setzen auf ikonische Marken, während unabhängige Studios mit ungewöhnlichen Konzepten überraschen wollen. Auffällig ist dabei die thematische Bandbreite: Sie reicht von Survival-Horror über Sci-Fi-Action bis hin zu entschleunigten Aufbau- und Lebenssimulationen. Schon jetzt kristallisieren sich einige Titel heraus, die besonders viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen und das Jahr prägen könnten.

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Zwischen Horror, Sci-Fi und Nostalgie: Die großen Namen rücken näher

Mit „Resident Evil Requiem“ hat Capcom seiner langlebigen Horror-Reihe ein neues Kapitel spendiert. Im Mittelpunkt stehen gleich zwei sehr unterschiedliche Figuren: die zurückhaltende Grace, die laut Entwicklerangaben als ängstlichste Hauptfigur der Seriengeschichte konzipiert wurde, und der kampferprobte Leon S. Kennedy. Schauplatz ist erneut Raccoon City, was bewusst an frühere Teile anknüpft und gleichzeitig neue Perspektiven auf das bekannte Setting eröffnet.

Einen ähnlich hohen Erwartungsdruck trägt „Grand Theft Auto VI“. Der Titel befindet sich seit über einem Jahrzehnt in Entwicklung und erzählt erstmals eine Geschichte rund um ein kriminelles Paar. Schauplatz ist der fiktive US-Bundesstaat Leonida, eine moderne Interpretation Floridas. Rockstar Games greift damit erneut gesellschaftliche Entwicklungen auf, die sich seit dem Vorgänger deutlich verändert haben, und verpackt sie in eine groß angelegte Open-World-Erzählung.

Auch Nostalgie spielt 2026 eine Rolle. Mit „Halo: Campaign Evolved“ erscheint eine überarbeitete Version des Klassikers von 2001. Besonders bemerkenswert: Die Kampagne ist erstmals auch auf PlayStation spielbar. Das Remake soll das ursprüngliche Spielgefühl bewahren, es technisch jedoch an heutige Standards anpassen.

Neue Ideen und alte Ikonen: Warum 2026 mehr als Blockbuster bietet

Abseits der ganz großen Marken setzen mehrere Titel auf frische Konzepte. „Cairn“ etwa konzentriert sich vollständig auf das Erlebnis des Bergsteigens. Spieler steuern jede Hand- und Fußbewegung der Protagonistin und müssen mit Erschöpfung, Verletzungen und den Elementen umgehen. Der Fokus liegt klar auf Spannung und Realismus statt auf Action.

Mit „Reanimal“ erscheint zudem ein kooperatives Horror-Abenteuer, das stark auf Atmosphäre setzt. Zwei Geschwister versuchen, einer grotesk verzerrten Version ihrer Heimatstadt zu entkommen. Die Entwickler orientieren sich dabei sichtbar an Spielen wie „Limbo“ oder „Inside“, verzichten jedoch bewusst auf humorvolle Elemente.

Großes Interesse weckt auch „007 First Light“. Das James-Bond-Spiel von IO Interactive erzählt die Geschichte eines jungen Bond, lange bevor er den legendären 007-Status erreicht hat. Neben Actionsequenzen soll stärker auf klassische Spionageelemente gesetzt werden – etwa das Infiltrieren von Veranstaltungen und das Sammeln von Informationen.

Ergänzt wird das Line-up durch Titel wie „Pokémon Pokopia“, das Aufbau- und Lebenssimulation mit bekannten Pokémon verbindet, sowie „Marvel’s Wolverine“, das nach dem Erfolg der Spider-Man-Spiele einen deutlich härteren Ton anschlägt. Zusammengenommen zeigt sich: 2026 dürfte nicht nur von Blockbustern leben, sondern auch von mutigen Ideen, die sich bewusst vom Mainstream absetzen.

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