Ubisoft gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Namen der Spielebranche. Marken wie „Assassin’s Creed“, „Far Cry“ oder „Rainbow Six“ stehen für große Budgets, weltweite Releases und Millionenverkäufe. Doch Anfang 2026 zeigt sich ein anderes Bild. Nach Jahren mit Projektverzögerungen, internen Problemen und enttäuschenden Geschäftszahlen gerät der französische Publisher massiv unter Druck – und das Vertrauen der Anleger erreicht einen neuen Tiefpunkt.

Am Donnerstag reagiert der Markt besonders heftig. Die Ubisoft-Aktie bricht zeitweise um mehr als ein Drittel ein und fällt auf den niedrigsten Stand seit rund 15 Jahren. Auslöser ist ein umfassender Konzernumbau, den das Unternehmen am Vorabend bekannt gibt. Die Maßnahmen betreffen nicht nur Zahlen auf dem Papier, sondern greifen tief in die Struktur des Konzerns ein.

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„Das Marktumfeld erfordert einen radikalen Wandel“

Ubisoft kündigt die Schließung der Studios in Halifax und Stockholm an. Weitere Standorte in Abu Dhabi, Helsinki und Malmö stehen vor umfangreichen Restrukturierungen. Parallel dazu streicht der Publisher sechs Spieleprojekte vollständig – ohne Ersatz oder Verschiebung. Bis auf das bereits öffentlich bekannte „Prince of Persia: The Sands of Time Remake“ handelt es sich dabei ausschließlich um bislang nicht angekündigte Titel, darunter mehrere neue Marken sowie ein Mobile-Projekt. Die Folgen schlagen unmittelbar in der Bilanz durch: Eine Abschreibung von rund 650 Millionen Euro wird fällig.

CEO und Firmengründer Yves Guillemot begründet den Kurs mit dem schwierigen Branchenumfeld. In einer Stellungnahme erklärt er:
„Das heutige Marktumfeld erfordert, dass die Gruppe ihre Organisation und Arbeitsweise grundlegend verändert.“
Kurzfristig belasteten diese Schritte die Geschäftszahlen weiter, räumt Guillemot ein. Langfristig solle der Umbau jedoch die Basis für stabilere Erlöse und eine verlässlichere Cash-Generierung schaffen.

Die Börse reagiert dennoch skeptisch. Allein am Tag der Ankündigung verliert die Aktie zeitweise bis zu 34 Prozent. Im Fünfjahresvergleich summiert sich der Kursverlust inzwischen auf rund 95 Prozent – ein drastischer Einschnitt für ein Unternehmen dieser Größenordnung.

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„Eine Milliarde Verlust“ – düstere Prognosen verschärfen die Lage

Besonders schwer wiegt der Blick nach vorn. Ubisoft rechnet bis zum Geschäftsjahr 2025/26 mit einem operativen Verlust von rund einer Milliarde Euro. Gleichzeitig senkt das Management die Erwartungen für die sogenannten Net Bookings deutlich. Statt der zuvor prognostizierten Erlöse erwartet der Konzern nun nur noch rund 1,5 Milliarden Euro – etwa 330 Millionen weniger als geplant.

Zwar plant Ubisoft ein umfassendes Sparprogramm. Bis März 2028 sollen die Fixkosten von zuletzt rund 1,75 Milliarden Euro auf etwa 1,25 Milliarden Euro sinken. Insgesamt will der Publisher so 500 Millionen Euro einsparen. Zusätzlich schließt das Unternehmen Verkäufe einzelner Vermögenswerte nicht aus, um Liquidität zu sichern.

Anleger bleiben dennoch zurückhaltend. Trotz starker Marken fehlt es aktuell an klaren Wachstumssignalen und einer überzeugenden Pipeline. Der Kurssturz zeigt, wie fragil das Vertrauen in die strategische Ausrichtung des Publishers derzeit ist.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zur Ubisoft-Krise

Warum bricht die Ubisoft-Aktie so stark ein?
Der Markt reagiert auf einen radikalen Konzernumbau, gesenkte Prognosen und hohe Verlusterwartungen.

Welche Studios schließt Ubisoft?
Die Standorte in Halifax und Stockholm werden vollständig geschlossen, weitere Studios werden restrukturiert.

Wie viele Spiele streicht Ubisoft?
Sechs Spieleprojekte werden ersatzlos eingestellt.

Wie hoch sind die finanziellen Belastungen?
Ubisoft verbucht Abschreibungen von rund 650 Millionen Euro.

Welche Verluste erwartet das Unternehmen?
Bis 2026 rechnet Ubisoft mit einem operativen Verlust von etwa einer Milliarde Euro.

Was sagt CEO Yves Guillemot zur Situation?
Er spricht von einem notwendigen grundlegenden Wandel der Organisation und Arbeitsweise.

Gibt es ein Sparprogramm?
Ja, Ubisoft plant bis 2028 Einsparungen von rund 500 Millionen Euro.

Wie steht es um bekannte Marken wie „Assassin’s Creed“?
Die Marken bestehen weiter, doch konkrete neue Wachstumsimpulse bleiben bislang offen.

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