Kaum ein Spiel prägt das vergangene Jahr so nachhaltig wie Clair Obscur: Expedition 33. Das Rollenspiel des französischen Studios Sandfall Interactive sammelt Höchstwertungen, dominiert internationale Award-Shows und setzt neue Maßstäbe bei den Game Awards 2025. Mit insgesamt neun Auszeichnungen, darunter der Titel Spiel des Jahres, überholt es sogar bisherige Rekordhalter.

Der Erfolg bleibt auch politisch nicht unbeachtet. Bereits zuvor gratuliert Frankreichs Präsident öffentlich zum internationalen Durchbruch. Nun folgt eine Ehrung, die über die Games-Branche hinausreicht und das Werk ausdrücklich als kulturelle Leistung einordnet.

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Damit rückt „Clair Obscur: Expedition 33“ in einen Kontext, der in Frankreich traditionell Literatur, Musik und bildender Kunst vorbehalten ist – und markiert einen seltenen Moment staatlicher Anerkennung für ein Videospiel.

„Der brillante Erfolg eines Kollektivs“ – Sandfall wird geehrt

Wie das Branchenportal VGC berichtet, werden 28 Mitglieder von Sandfall Interactive in einer feierlichen Zeremonie zu Rittern des Ordre des Arts et des Lettres ernannt. Der Orden zählt zu den höchsten kulturellen Auszeichnungen Frankreichs und würdigt außergewöhnliche Verdienste im künstlerischen und literarischen Bereich.

Die französische Kulturministerin Rachida Dati betont in ihrer Ansprache, dass es sich um eine besondere Entscheidung handelt. Die Ehrung würdige nicht eine Einzelperson, sondern „den brillanten Erfolg eines Kollektivs“. Erstmals werde damit nahezu ein gesamtes Studio für ein einzelnes Werk ausgezeichnet.

Dati erklärt weiter: „Durch seine enorme Wirkung und die Unterstützung von Publikum und Kritikern hat sich euer Werk als ein Meilenstein in der Geschichte des französischen Videospiels etabliert.“ Die Auszeichnung erfolgt im Rahmen einer offiziellen Zeremonie am vergangenen Freitag.

Videospiele als Kulturgut – eine seltene, klare Botschaft

In ihrer Rede ordnet die Kulturministerin den Erfolg des Spiels deutlich über wirtschaftliche Aspekte hinaus ein. Sie spricht von einem „großen Moment in der Geschichte des französischen Videospiels“ und hebt die künstlerische Eigenständigkeit des Titels hervor. Besonders die Neuinterpretation französischer Motive – von Haussmann-Architektur bis zum Belle-Époque-Stil – habe internationale Aufmerksamkeit erzeugt, ohne auf gängige Klischees zurückzugreifen.

Zugleich sieht Dati darin ein Signal für die gesellschaftliche Stellung des Mediums: „Videospiele sind keine Unterhaltung mehr, die nur einer bestimmten Generation vorbehalten ist. Sie haben ihren Platz ganz natürlich in unserem kulturellen Leben gefunden.“ Die Ehrung versteht sie damit auch als Anerkennung für das Medium insgesamt.

Bemerkenswert ist zudem der Kontext: Für viele Mitglieder von Sandfall ist „Clair Obscur: Expedition 33“ das erste veröffentlichte Spiel. Im Gaming-Bereich erhalten bislang nur wenige Persönlichkeiten diese Auszeichnung – darunter Shigeru Miyamoto, Eiji Aonuma und Michel Ancel. Sandfall reiht sich damit in eine exklusive Gruppe ein.

FAQ zu Sandfall und der Auszeichnung

Was ist der Ordre des Arts et des Lettres?
Ein französischer Kulturorden für herausragende künstlerische oder literarische Leistungen.

Wer wurde ausgezeichnet?
28 Mitglieder des Studios Sandfall Interactive.

Warum ist die Ehrung besonders?
Erstmals wird nahezu ein komplettes Studio kollektiv für ein einzelnes Spiel geehrt.

Welche Rolle spielt „Clair Obscur: Expedition 33“ dabei?
Das Spiel gilt als kultureller und internationaler Meilenstein des französischen Gamings.

Welche Aussage macht die Kulturministerin zum Medium?
Videospiele seien fest im kulturellen Leben angekommen und generationenübergreifend relevant.

Gab es ähnliche Ehrungen zuvor?
Im Gaming-Bereich wurden bisher nur wenige Einzelpersonen ausgezeichnet.

Ist Sandfall ein großes Studio?
Nein, viele Teammitglieder veröffentlichen mit „Clair Obscur: Expedition 33“ ihr Debütwerk.

Was bedeutet die Ehrung für die Branche?
Sie unterstreicht die kulturelle Anerkennung von Videospielen auf staatlicher Ebene.

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