
Manche Spiele verschwinden nach wenigen Monaten aus den Schlagzeilen, andere setzen sich dauerhaft fest. Kingdom Come: Deliverance 2 gehört klar zur zweiten Kategorie. Ein Jahr nach Veröffentlichung blickt die Rollenspiel-Community auf einen Titel zurück, der nicht nur technisch und erzählerisch überzeugt, sondern das Genre spürbar geprägt hat.
Seit dem Release ist viel passiert: umfangreiche Updates, drei große Erweiterungen und schließlich der offizielle Abschied von Warhorse Studios aus dem aktiven Produktionszyklus. Zeit also, Bilanz zu ziehen – und zu fragen, warum dieses Spiel bis heute als Ausnahmeerscheinung gilt.
„Ein mittelalterliches Rollenspiel ohne Vergleich“
Schon zum Start war klar, dass Kingdom Come: Deliverance 2 mehr sein will als eine bloße Fortsetzung. Warhorse Studios investierte jahrelange Entwicklungsarbeit in eine glaubwürdige Welt, die historische Authentizität mit moderner Spielmechanik verbindet. Vom ersten Moment an wirkte das Spiel durchkomponiert, detailverliebt und ungewöhnlich konsequent.
In den Monaten nach dem Launch baute das Studio diese Basis weiter aus. Drei umfangreiche DLCs erweiterten Handlung, Figuren und Schauplätze und führten die Reise von Heinrich von Skalitz erneut nach Trosky und Kuttenberg. Jede Erweiterung vertiefte die Welt spürbar, ohne den Kern des Spiels zu verwässern.
Der Erfolg blieb auch außerhalb der eigenen Community nicht unbemerkt. So erklärte CD Projekt REDs Co-CEO Adam Badowski in einem Interview, dass der Realismus von Kingdom Come: Deliverance 2 Einfluss auf die Ausrichtung von The Witcher 4 genommen habe. Ein deutliches Signal dafür, wie stark Warhorses Ansatz in der Branche wahrgenommen wird.
„Es fühlt sich an wie ein Fiebertraum“ – Stimmen hinter dem Erfolg
Nicht nur Spieler, auch die Beteiligten selbst zeigen sich noch immer beeindruckt vom Echo. Schauspieler Tom McKay, der Heinrich von Skalitz verkörpert, beschrieb den Erfolg bei einem Treffen im Umfeld der BAFTA Games Awards 2025 rückblickend so:
„Es fühlt sich unglaublich an – fast wie ein Fiebertraum. Wenn ich an die Anfänge zurückdenke, an das erste Treffen mit dem Kreativteam in Prag, dann liegt das alles unendlich weit weg.“
Gleichzeitig betont McKay, dass der Erfolg des Spiels kein Zufall sei: Die Leidenschaft und das handwerkliche Können des Studios hätten dieses Ergebnis geradezu logisch erscheinen lassen. Ähnlich äußerte sich auch Luke Dale, Darsteller von Hans Capon, der nach dem Spiel eine eigene Karriere als Content Creator startete und bis heute eng mit der Community verbunden ist.
Wie es mit der Marke weitergeht, bleibt offen. Zwar rechnen viele mit einem dritten Teil, doch das Ende von Kingdom Come: Deliverance 2 wirkt bewusst abgeschlossen. Warhorse Studios hat sich damit die Freiheit bewahrt, künftig auch andere historische Epochen oder Geschichten in den Fokus zu rücken.
FAQ: Kingdom Come: Deliverance 2 im Überblick
Was macht Kingdom Come: Deliverance 2 so besonders?
Die konsequente Verbindung aus historischer Authentizität, komplexem Rollenspiel und glaubwürdiger Spielwelt.
Wie viele Erweiterungen sind erschienen?
Insgesamt drei große DLCs, die Geschichte und Welt deutlich erweitert haben.
Ist die Entwicklung offiziell abgeschlossen?
Ja, Warhorse Studios hat sich vom aktiven Produktionszyklus verabschiedet.
Hat das Spiel andere Studios beeinflusst?
Ja, unter anderem CD Projekt RED nennt den Realismus von KCD2 als Inspiration.
Gibt es Hinweise auf einen dritten Teil?
Offiziell nicht. Ein weiterer Teil gilt als möglich, ist aber nicht bestätigt.
Welche Rolle spielt Heinrich von Skalitz weiterhin?
Seine Geschichte ist in KCD2 weitgehend abgeschlossen, was Raum für neue Ansätze lässt.
Bleibt Warhorse Studios dem RPG-Genre treu?
Alles deutet darauf hin, auch wenn zukünftige Projekte thematisch offen sind.
























