Über mehrere Jahre verfolgt Sony eine klar erkennbare Linie: Große PlayStation-Titel erscheinen zeitversetzt auch für den PC. Ziel ist es, die Reichweite bekannter Marken zu erhöhen und neue Zielgruppen zu erschließen. Spätestens mit der Veröffentlichung von Horizon Zero Dawn auf dem PC im Jahr 2020 wird diese Strategie öffentlich sichtbar.

Seitdem landen zahlreiche frühere Exklusivtitel bei Steam und im Epic Games Store. Marken wie God of War, Marvel’s Spider-Man oder The Last of Us sollen auch außerhalb der PlayStation-Hardware neue Käufer finden. Doch jüngste Einschätzungen aus der Branche deuten darauf hin, dass Sony diesen Kurs intern neu bewertet.

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Jason Schreier: „Traditionelle Singleplayer bleiben auf der Konsole“

Einer der deutlichsten Hinweise stammt von Jason Schreier. Im Triple-Click-Podcast äußert sich der Bloomberg-Journalist zurückhaltend zur Zukunft klassischer PC-Portierungen. Seiner Einschätzung nach plant Sony eine stärkere Trennung der Inhalte:
„Ich denke, für sie ist die Strategie so: Live-Service-Spiele kommen auf den PC. Aber ich habe das Gefühl, dass sie sich davon zurückziehen, ihre exklusiven Konsolen-Inhalte – also die traditionellen Singleplayer-Sachen – auf den PC zu bringen.“

Als konkretes Beispiel nennt Schreier Marvel’s Wolverine, das am 15. September 2026 erscheinen soll. Eine PC-Version hält er für alles andere als sicher: „Es würde mich nicht überraschen, wenn es niemals für den PC erscheint.“ Selbst bei einer späteren Umsetzung vermittle Sony klar, dass man zunächst eine PlayStation benötige, um diese Titel zu spielen.

Darüber hinaus stellt Schreier die wirtschaftliche Seite in den Raum. Seiner Ansicht nach bleibt der finanzielle Erfolg der PC-Offensive möglicherweise hinter den internen Erwartungen zurück: „Ich glaube nicht, dass es von vornherein so erfolgreich war. Es ist gut möglich, dass sie diesen Geist wieder zurück in die Flasche befördern.“

Digital Foundry: Technische Probleme als mögliches Signal

Ähnlich skeptisch äußern sich die Technikexperten von Digital Foundry. Im DF-Direct-Podcast analysieren John Linnemann und Alex Battaglia vor allem die Qualität jüngerer PC-Umsetzungen. Battaglia beschreibt den PC-Release von Marvel’s Spider-Man 2 rückblickend als „nicht versandfähig“.

Für die Experten deutet dieser Qualitätsabfall auf einen internen Prioritätenwechsel hin. Auch Linnemann teilt die Einschätzung, dass der PC unter der aktuellen Führung an Bedeutung verliert: „Ich habe tatsächlich die Vorahnung, dass sie sich vom PC eher zurückziehen.“ Eine langfristige Vision für den PC könne er derzeit nicht erkennen.

Gleichzeitig erscheinen weiterhin ausgewählte Titel für den PC. Mit Death Stranding 2 steht am 19. März 2026 die nächste PC-Veröffentlichung an. Dabei handelt es sich jedoch um keinen klassischen First-Party-Titel, da Kojima Productions nicht zu den PlayStation Studios gehört – auch wenn Nixxes Software als Portierungsstudio Teil von Sony ist.

FAQ: PlayStation und die Zukunft der PC-Ports

Hat Sony die PC-Offensive offiziell beendet?
Nein. Es gibt bislang keine offizielle Ankündigung, sondern nur Einschätzungen von Insidern und Experten.

Welche Spiele kommen laut Jason Schreier weiterhin auf den PC?
Vor allem Live-Service-Titel, während klassische Singleplayer-Spiele stärker an die Konsole gebunden bleiben könnten.

Warum steht die PC-Strategie aktuell in der Kritik?
Insider vermuten geringere wirtschaftliche Erfolge und Digital Foundry kritisiert die technische Qualität jüngerer Ports.

Ist Marvel’s Wolverine für den PC bestätigt?
Nein. Eine PC-Version gilt derzeit als unsicher.

Welche Rolle spielt die PlayStation-Hardware künftig?
Aussagen deuten darauf hin, dass exklusive Singleplayer-Erlebnisse wieder stärker an die Konsole gebunden werden.

Erscheinen überhaupt noch PlayStation-Spiele für den PC?
Ja, einzelne Titel wie Death Stranding 2 erscheinen weiterhin, allerdings nicht zwingend als klassische First-Party-Veröffentlichungen.

Wann äußert sich Sony offiziell zur Strategie?
Ein konkreter Zeitpunkt ist nicht bekannt. Bislang kommuniziert Sony keine Änderungen an der bestehenden Linie.

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