
Wenn Arbeitsspeicher zum Luxus wird
Der Markt für Arbeitsspeicher erlebt derzeit eine Entwicklung, die viele Nutzer längst auch beim Kauf neuer Hardware spüren. DRAM-Module sind teurer denn je, Aufrüstungen schlagen mit Summen zu Buche, die vor kurzer Zeit noch undenkbar schienen. Besonders leistungsstarke Kits mit 64 GB erreichen inzwischen Preise von mehreren hundert Euro – teils nahe der Tausend-Euro-Marke.
Diese Dynamik bleibt nicht ohne Folgen für den Notebook-Markt. Während Hersteller in den vergangenen Jahren zunehmend großzügigere RAM-Ausstattungen boten, droht nun eine Kehrtwende. Analysten gehen davon aus, dass steigende Kosten und knappe Verfügbarkeit dazu führen könnten, dass neue Laptop-Generationen wieder sparsamer bestückt werden.
„Zurück zu 8 GB“ – Prognosen für Laptops ab 2026
Nach Einschätzung der Marktforscher von TrendForce steht vor allem der Mittelklasse ein Rückschritt bevor. Demnach könnten Notebooks, die bislang mit 16 GB ausgeliefert wurden, künftig wieder nur 8 GB Arbeitsspeicher bieten. In höheren Preissegmenten rechnen die Analysten ebenfalls mit Einschnitten: Statt 32 oder gar 64 GB dürften dort häufiger 16 GB zum Standard werden.
Betroffen wäre nicht nur der PC-Markt. Auch bei Smartphones zeichnen sich ähnliche Entwicklungen ab, da dieselben Speicherchips in unterschiedlichen Produktkategorien eingesetzt werden. Für Endkunden bedeutet das steigende Preise bei gleichzeitig sinkender Ausstattung – eine Kombination, die vor allem im Alltagseinsatz schnell spürbar wird.
KI-Rechenzentren als Preistreiber
Hinter der angespannten Lage steht vor allem der enorme Bedarf der KI-Industrie. Betreiber großer Rechenzentren kaufen große Mengen an Speicher, um rechenintensive Sprachmodelle und andere KI-Anwendungen betreiben zu können. Diese Nachfrage bindet Kapazitäten, die dem klassischen Consumer-Markt fehlen.
Hinzu kommt eine strategische Neuausrichtung bei einigen Herstellern. Statt herkömmlichem DDR- oder LPDDR-RAM setzen sie verstärkt auf HBM-Speicher, der speziell für KI-Beschleuniger entwickelt wird. Die Folge: Klassischer Arbeitsspeicher wird nicht nur teurer, sondern auch knapper produziert.
Besonders problematisch ist das vor dem Hintergrund neuer Software-Anforderungen. Microsoft etwa setzt für seine Copilot+-PCs mindestens 16 GB RAM voraus. Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, könnten viele kommende Laptops diese Voraussetzungen nicht mehr erfüllen – ausgerechnet in einer Zeit, in der KI-Funktionen stärker denn je beworben werden.






















