
Razer gehört seit Jahren zu den Herstellern, bei denen man eigentlich ziemlich genau weiß, was man bekommt. Die Produkte sind meistens technisch sehr weit vorne, hervorragend verarbeitet und selten günstig. Wer bei Gaming-Hardware ausschließlich nach dem niedrigsten Preis sucht, wird deshalb vermutlich nicht immer zuerst bei Razer landen. Wer dagegen Wert auf Qualität und ausgereifte Technik legt, schon eher.
Mit der Viper V4 Pro setzt Razer genau diesen Weg fort. Die Maus wird noch leichter, bekommt einen neuen 50K-Sensor, optische Switches der vierten Generation und erreicht eine Polling Rate von bis zu 8.000 Hz.
Passend dazu hat uns Razer das neue Gigantus V2 Pro geschickt. Das Mauspad gibt es in fünf unterschiedlichen Abstimmungen zwischen maximaler Kontrolle und besonders schnellem Gleiten.
Wir haben die Viper V4 Pro gemeinsam mit dem Gigantus V2 Pro Balance im Alltag sowie in Valorant und Marvel Rivals getestet.
Unser Testsystem: Razer Blade 15 Advanced
Für den Test kam unser Razer Blade 15 Advanced zum Einsatz. Im Notebook arbeiten ein Intel Core i7-11800H, eine NVIDIA GeForce RTX 3080 Laptop-GPU und 32 GB Arbeitsspeicher. Das System ist zwar nicht mehr Razers neueste Notebook-Generation, bietet für unsere Tests aber nach wie vor mehr als ausreichend Leistung und erreicht gerade in schnellen Multiplayer-Titeln hohe Bildraten. Dass bei diesem Test Maus, Mauspad und Notebook von Razer stammen, ergibt natürlich ein ziemlich stimmiges Gesamtbild auf dem Schreibtisch.
An der Bewertung ändert das nichts.

Razer und die Viper-Serie

Bei der Viper-Serie geht es seit Jahren vor allem um drei Dinge: wenig Gewicht, hohe Präzision und möglichst geringe Verzögerungen. Razer entwickelt die Serie dabei auch mit Rückmeldungen professioneller E-Sportler weiter. Zu den Spielern, die der Hersteller im Zusammenhang mit der Entwicklung nennt, gehört unter anderem League-of-Legends-Star Lee „Faker“ Sang-hyeok.
Das merkt man der Viper V4 Pro durchaus an. Razer verzichtet auf RGB-Beleuchtung, Bluetooth und eine große Zahl zusätzlicher Tasten. Alles, was für eine schnelle Gaming-Maus nicht unbedingt notwendig ist, wurde offenbar hinterfragt.
Das Ergebnis ist eine Maus, die sehr konsequent auf ihren Einsatzzweck zugeschnitten ist.
Unboxing: Schon beim Auspacken typisch Razer
Schon beim Auspacken macht die Viper V4 Pro einen sehr wertigen Eindruck. Die Verpackung ist im bekannten Razer-Design gehalten und zeigt bereits außen ziemlich deutlich, worauf es bei der Maus ankommt: geringes Gewicht, 8.000-Hz-Polling, der neue Sensor und die lange Akkulaufzeit. Das wirkt zwar technisch, aber nicht überladen.
Im Inneren liegt die weiße Viper V4 Pro sauber und sicher eingebettet neben dem ebenfalls weißen Wireless-Dongle. Darunter befinden sich das geflochtene Anschlusskabel und das weitere Zubehör. Alles hat seinen festen Platz und wirkt durchdacht verpackt – kein unnötiges Durcheinander, kein billiger Kunststoff-Blister.
Gerade bei einem Produkt dieser Preisklasse gehört für uns auch das Auspacken ein Stück weit zum Gesamteindruck. Razer macht hier nichts Spektakuläres, aber eben vieles richtig. Die Maus wirkt schon beim ersten Herausnehmen extrem leicht, gleichzeitig aber keineswegs billig oder fragil. Genau dieser erste Eindruck zieht sich später auch durch unseren eigentlichen Test.




Design, Verarbeitung und Haptik
Auf den ersten Blick hat sich gegenüber der Viper V3 Pro gar nicht so viel verändert. Das ist aus unserer Sicht aber kein Nachteil.
Die rechtshändig-symmetrische Form hat bereits beim Vorgänger gut funktioniert und eignet sich besonders für Claw- und Fingertip-Grip. Auch die Smooth-Touch-Oberfläche gefällt uns. Sie fühlt sich angenehm weich an, bietet aber trotzdem genügend Halt. Selbst nach längeren Sessions hatten wir nicht das Gefühl, dass die Maus unangenehm glatt oder klebrig wird.
Bei der Verarbeitung zeigt Razer wieder, warum die Marke im Premiumsegment zu Hause ist. Trotz des sehr niedrigen Gewichts fühlt sich das Gehäuse stabil an. Bei unserem Testgerät knarzt nichts, die Tasten sitzen sauber und auch bei etwas festerem Druck entsteht nicht der Eindruck, man hätte ein besonders empfindliches Leichtbauprodukt in der Hand.
Mit 49 Gramm in Schwarz und 50 Gramm in Weiß ist die Viper V4 Pro nochmals leichter geworden. Die Viper V3 Pro brachte 54 beziehungsweise 55 Gramm auf die Waage. Ob man fünf Gramm Unterschied sofort bemerkt, hängt stark davon ab, wie man spielt. Im normalen Windows-Betrieb ist das ziemlich egal. Bei niedriger Sensitivität und weiten Bewegungen über das Mauspad fällt das geringe Gewicht schon eher auf.
Wer statt maximalem Leichtbau deutlich mehr programmierbare Tasten und austauschbare Seitenteile sucht, findet mit der Razer Naga V3 Pro das komplette Gegenkonzept zur Viper V4 Pro.
Neu ist auch das optische Scrollrad. Es läuft angenehm kontrolliert und sauber. Razer setzt hier auf eine optische statt rein mechanische Erfassung, was langfristig auch bei der Haltbarkeit Vorteile bringen soll.
Ganz ohne Kritik kommt die Viper V4 Pro trotzdem nicht davon. Die beiden Seitentasten sitzen für unseren Geschmack etwas hoch. Im normalen Betrieb ist das kaum ein Problem, in hektischen Situationen mussten wir den Daumen aber gelegentlich stärker versetzen, als uns lieb war. Das ist kein Drama, zeigt aber auch, dass selbst bei einer Maus in dieser Preisklasse nicht jede Hand automatisch perfekt mit der Form harmoniert.

Focus Pro 50K Sensor der dritten Generation
Das Herzstück der Viper V4 Pro ist der neue Razer Focus Pro 50K Optical Sensor Gen-3. Er erreicht bis zu 50.000 DPI, 930 IPS und eine maximale Beschleunigung von 90 G. Zum Vergleich: Bei der Viper V3 Pro waren es 35.000 DPI, 750 IPS und 70 G.
Das liest sich beeindruckend. Man sollte solche Werte allerdings nicht überbewerten. Niemand wird plötzlich besser spielen, weil eine Maus theoretisch 50.000 DPI schafft. Die meisten Gamer liegen mit ihren tatsächlichen Einstellungen ohnehin weit darunter.
Viel wichtiger ist für uns, wie sauber der Sensor im Alltag arbeitet. Und hier gibt es definitiv nichts zu beanstanden. Bewegungen werden unmittelbar umgesetzt, schnelle Richtungswechsel funktionieren ohne erkennbare Aussetzer und auch bei sehr niedrigen DPI-Einstellungen wirkt das Tracking kontrolliert.
Mit Frame Sync stimmt Razer Sensorerfassung und Polling-Zyklus genauer aufeinander ab. Hinzu kommen Smart Tracking, ein konfigurierbarer Lift-off-Abstand, Dynamic Sensitivity, Sensitivity Matcher und eine einstellbare Sensorrotation. Das klingt zunächst nach einer Menge Technik, die vorrangig E-Sportler wirklich interessiert.
Die gute Nachricht: Man muss davon nichts zwingend benutzen. Maus anschließen, DPI einstellen und losspielen funktioniert perfekt. Wer sich später tiefer mit den Möglichkeiten beschäftigen möchte, kann das aber jederzeit tun und seine persönliche Einstellung finden.

Neue optische Switches
Bei den Haupttasten verwendet Razer die Optical Mouse Switches Gen-4.
Sie reagieren im Test sehr direkt und besitzen einen klaren Druckpunkt. Gegenüber der Viper V3 Pro wirken die Klicks etwas lauter, was uns persönlich nicht stört.
Die Lebensdauer gibt Razer mit bis zu 100 Millionen Klicks an. Beim Vorgänger waren es 90 Millionen.
Ob eine Maus am Ende tatsächlich 100 Millionen Klicks übersteht, können wir natürlich nicht testen. Positiv finden wir aber, dass Razer inzwischen auch beim Scrollrad stärker auf optische Technik setzt und damit mechanische Verschleißpunkte reduziert.
HyperSpeed Wireless Gen-2 und bis zu 8.000 Hz
Kabellos verbindet sich die Viper V4 Pro über Razer HyperSpeed Wireless Gen-2 mit dem Rechner. Bluetooth gibt es nicht.
Für eine konsequente Gaming-Maus können wir damit leben. Wer dieselbe Maus zwischendurch schnell mit einem zweiten Notebook oder Tablet verbinden möchte, könnte Bluetooth allerdings vermissen.
Zum Lieferumfang gehört ein neu gestalteter Dongle in einer kleinen, halbkugelförmigen Bauform. LEDs informieren direkt am Empfänger über verschiedene Statusinformationen.


Die Polling Rate lässt sich auf bis zu 8.000 Hz erhöhen – sowohl kabellos als auch per Kabel. Razer nennt eine durchschnittliche Bewegungslatenz von 0,36 Millisekunden und eine durchschnittliche Klicklatenz von rund 0,204 Millisekunden.
Das sind beeindruckende Leistungswerte, die zeigen, auf welchem technischen Niveau sich moderne Gaming-Mäuse mittlerweile bewegen. Allerdings sollte man die tatsächlichen Vorteile im Gaming-Alltag realistisch einordnen. Die Unterschiede zwischen hochwertigen Modellen sind inzwischen so gering, dass sie selbst für ambitionierte Spieler häufig kaum noch wahrnehmbar sind.
Besonders hohe Polling-Raten spielen ihre Stärken vor allem in Kombination mit hohen Bildraten und schnellen Gaming-Monitoren aus. Eine allgemeingültige Grenze, ab der 8.000 Hz einen spürbaren Vorteil bieten, lässt sich jedoch nicht festlegen.
Wer sich für den Zusammenhang aus hohen FPS und schnellen Displays interessiert, findet dazu auch unseren Test des Philips Evnia 27M2N8500 mit 360-Hz-QD-OLED-Panel. Mit der CHERRY XTRFY MX 8.2 Pro TMR Wireless hatten wir zudem bereits eine Tastatur im Test, die ebenfalls mit besonders hohen Polling-Raten arbeitet.
Die Akkulaufzeit gefällt uns fast besser als 50.000 DPI
Im Alltag finden wir einen anderen Wert wesentlich interessanter: die Akkulaufzeit. Bei 1.000 Hz nennt Razer bis zu 180 Stunden. Die Viper V3 Pro kam unter vergleichbaren Bedingungen auf maximal 95 Stunden. Das ist schon ein deutlicher Unterschied.
Bei 8.000 Hz reduziert sich die Laufzeit auf bis zu 45 Stunden. Beim Vorgänger waren es nur 17 Stunden. Genau solche Verbesserungen gefallen uns bei einer neuen Generation. 50.000 DPI lesen sich auf einem Datenblatt toll, eine Maus deutlich seltener laden zu müssen, merkt man dagegen jeden Tag.
Über den Smart Polling Rate Switcher kann für einzelne Spiele automatisch eine höhere Polling Rate aktiviert werden. Außerhalb dieser Anwendungen schaltet die Maus wieder auf eine niedrigere Einstellung zurück. Das ergibt in unseren Augen deutlich mehr Sinn, als dauerhaft mit 8.000 Hz zu spielen und unnötig Akkulaufzeit zu verschenken.

Praxistest mit Valorant und Marvel Rivals
Im Test mit Valorant und Marvel Rivals fühlt sich die Viper V4 Pro genau so an, wie man es von einer aktuellen High-End-Gaming-Maus erwartet. Schnelle Richtungswechsel werden sauber übertragen, Flick-Shots fühlen sich unmittelbar an und gerade bei niedriger Sensitivität lässt sich die Maus sehr angenehm über größere Distanzen bewegen.
Das niedrige Gewicht macht sich dabei extrem bemerkbar. Die Maus lässt sich leicht anheben und neu positionieren, ohne dass sie sich dabei nervös oder unkontrolliert anfühlt. Auch die individuell einstellbare Lift-off-Distance ist gerade bei Spielern praktisch, die ihre Maus häufig neu auf dem Pad platzieren.
Man sollte allerdings keine Wunder erwarten. Wer heute bereits eine Viper V3 Pro besitzt, wird mit der V4 Pro nicht plötzlich doppelt so gut spielen. Der Vorgänger war bereits hervorragend. Die V4 Pro ist leichter, technisch moderner, hält deutlich länger durch und bringt einige Detailverbesserungen mit. In der Summe ist sie klar die bessere Maus – ein zwingendes Upgrade für jeden Besitzer einer V3 Pro ist sie trotzdem nicht. Wer sich trotzdem für das Upgrade entscheidet, wird nicht enttäuscht.
Synapse 4 und Synapse Web
Einstellen lässt sich die Viper V4 Pro über Razer Synapse 4 oder über Synapse Web direkt im Browser. DPI-Stufen, Polling Rate, Tastenbelegung, Lift-off- und Landing-Distanz sowie zahlreiche Sensorparameter lassen sich dort anpassen.
Gut gefallen hat uns der Sensitivity Matcher. Damit kann die Empfindlichkeit einer vorhandenen Maus relativ einfach auf die Viper V4 Pro übertragen werden. Wer mit all diesen Einstellungen nichts anfangen kann, muss sich damit aber auch nicht beschäftigen. Die Viper funktioniert bereits in der Grundeinstellung sehr gut. Enthusiasten können sich anschließend austoben, normale Spieler müssen daraus erst mal keine Wissenschaft machen.



Das Razer Gigantus V2 Pro
Passend zur Maus hat Razer auch das Gigantus V2 Pro überarbeitet. Das Soft-Mauspad ist in fünf Varianten erhältlich: Max Control, Control, Balance, Speed und Max Speed. Diese unterscheiden sich hinsichtlich Oberflächenreibung, Gleitgeschwindigkeit und Kontrolle, sodass Spieler das Mauspad passend zu ihrem persönlichen Spielstil auswählen können.
Darüber hinaus bietet Razer das Gigantus V2 Pro in drei Größen an:
– Large: 500 × 480 mm
– XXL: 940 × 410 mm
– 3XL: 1.200 × 530 mm
Alle drei Größen besitzen eine Dicke von 4 mm. Während Large vor allem für klassische Gaming-Setups geeignet ist, bieten XXL und 3XL deutlich mehr Bewegungsfreiheit und können größere Teile des Schreibtisches abdecken.
Wichtig: Die fünf Oberflächenvarianten sind vollständig in Large erhältlich. Bei XXL und 3XL beschränkt sich die Auswahl auf Max Control, Balance und Max Speed.
Je nach Version unterscheiden sich Oberfläche und Abstimmung des GlideCore-Schaumstoffs. Wir haben die Balance-Version getestet. In Large misst sie 500 × 480 × 4 Millimeter und ist damit rund 33 Prozent größer als das vergleichbare reguläre Gigantus V2. Gerade bei niedriger Sensitivität ist der zusätzliche Platz praktisch. Die Unterseite bleibt auch bei schnellen Bewegungen sicher auf dem Schreibtisch und die vernähten Kanten haben uns beim Spielen nicht gestört.







Balance macht seinem Namen alle Ehre
Die Balance-Version soll zwischen Kontrolle und Geschwindigkeit liegen. Und genau so fühlt sie sich auch an.
Die Viper gleitet leicht genug über die Oberfläche, um schnelle Bewegungen problemlos mitzumachen. Gleichzeitig bietet das Pad noch genügend Widerstand, um kleine Korrekturen kontrolliert auszuführen.
Für Spieler, die nicht ausschließlich einen einzelnen Shooter spielen, dürfte Balance deshalb die unkomplizierteste Wahl sein. Control und Max Control bieten mehr Bremswirkung. Speed und Max Speed reduzieren dagegen den Widerstand zunehmend.
Braucht man wirklich fünf verschiedene Varianten eines Mauspads? Für viele Spieler vermutlich nicht. Wer allerdings viel Geld in Monitor, Maus, Tastatur und den restlichen Gaming-Platz investiert, wird irgendwann auch darüber nachdenken, wie sich eine Maus auf dem Pad anfühlt. Für genau diese Zielgruppe ergibt Razers Ansatz absolut Sinn.
Preis und Marktpositionierung
Die Viper V4 Pro kostet zum Testzeitpunkt offiziell 179,99 Euro.
Das ist viel Geld für eine Gaming-Maus. Darüber muss man nicht diskutieren. Dafür bekommt man allerdings auch ein Produkt, bei dem wir an Verarbeitung, Sensor, Gewicht, Funktechnik und Akkulaufzeit kaum etwas auszusetzen haben.
Razer war noch nie die Marke, bei der der niedrigste Preis im Mittelpunkt steht. Wer einfach eine gute Maus sucht, findet selbstverständlich viele günstigere Modelle. Wer dagegen Wert auf aktuelle Technik, hochwertige Verarbeitung und ein möglichst ausgereiftes Gesamtpaket legt, wird den Preis anders beurteilen.
Gerade bei Technik-Enthusiasten spielt der reine Preis ohnehin häufig eine etwas andere Rolle. Wer Spaß an hochwertiger Hardware hat und sein Setup möglichst kompromisslos zusammenstellen möchte, entscheidet nicht zwangsläufig nach dem günstigsten Angebot. Wenn ein Gadget technisch überzeugt, hervorragend verarbeitet ist und im Alltag das gewisse Extra bietet, darf es für diese Zielgruppe auch etwas mehr kosten.
Und genau hier passt die Viper V4 Pro ziemlich gut ins Bild. Sie ist definitiv kein Schnäppchen. Man merkt aber auch, wo das Geld geblieben ist. Wer Qualität und aktuelle Technik höher bewertet als den letzten gesparten Euro, dürfte sich von den 179,99 Euro deutlich weniger abschrecken lassen.
Beim Gigantus V2 Pro ist es ähnlich. Die von uns getestete Large-Version kostet 59,99 Euro.
Auch das ist für ein Mauspad eine Ansage. Wer einfach nur eine Unterlage für seine Maus sucht, braucht so ein Produkt nicht.
Wer dagegen bewusst auf Größe, Oberfläche, Reibung und das Zusammenspiel mit einer leichten Gaming-Maus achtet, bekommt ein sehr hochwertiges Pad.
FAQ zur Razer Viper V4 Pro
Für wen ist die Razer Viper V4 Pro geeignet?
Vor allem für ambitionierte und kompetitive Spieler, die eine sehr leichte kabellose Gaming-Maus mit niedriger Latenz suchen. Besonders gut passt die Form zu Claw- und Fingertip-Grip.
Lohnt sich das Upgrade von der Viper V3 Pro?
Nur bedingt. Die V4 Pro ist technisch überlegen und bietet vor allem eine deutlich längere Akkulaufzeit. Wer mit seiner V3 Pro zufrieden ist, muss nicht unbedingt wechseln. Aber seien wir ehrlich: Als Gamer hat man die neueste Technik natürlich trotzdem gerne auf dem Schreibtisch – auch wenn die alte Maus noch bestens funktioniert.
Sind 50.000 DPI sinnvoll?
Für die meisten Spieler nicht. Der Wert zeigt vor allem die technischen Reserven des Sensors.
Brauche ich 8.000 Hz Polling?
Nein. 1.000 Hz reichen für normales und auch anspruchsvolles Gaming problemlos aus. 8.000 Hz werden vor allem auf leistungsfähigen Systemen mit hohen FPS und schnellen Displays interessant. Aber auch da werden wir zukünftig natürlich immer mehr Leistung von den Displays erhalten.
Hat die Viper V4 Pro Bluetooth?
Nein. Kabellos verbindet sie sich über Razer HyperSpeed Wireless Gen-2.
Wie lange hält der Akku?
Razer nennt bis zu 180 Stunden bei 1.000 Hz und bis zu 45 Stunden bei 8.000 Hz.
Welche Gigantus V2 Pro Variante ist die richtige?
Balance dürfte für die meisten Spieler der beste Mittelweg sein. Control bietet mehr Bremswirkung, Speed weniger Reibung.
Fazit und Meinung
Razer erfindet die Viper mit der V4 Pro nicht neu. Das war aber auch gar nicht nötig.
Die Viper V3 Pro war bereits eine hervorragende Gaming-Maus. Beim neuen Modell wurden vor allem die Dinge verbessert, bei denen noch Luft nach oben war.
Die Maus ist leichter, der Sensor leistungsfähiger, Switches und Scrollrad wurden überarbeitet und die Akkulaufzeit hat einen gewaltigen Sprung gemacht. Gerade die bis zu 180 Stunden bei 1.000 Hz überzeugen uns im Alltag mehr als mancher spektakuläre Maximalwert im Datenblatt.
50.000 DPI und 8.000 Hz zeigen, was technisch möglich ist. Wirklich benötigen werden solche Werte nur wenige Spieler. Das Gigantus V2 Pro passt sehr gut dazu. Die von uns getestete Balance-Version bietet eine angenehme Mischung aus Geschwindigkeit und Kontrolle und dürfte damit für viele Spieler die interessanteste Variante sein.
Natürlich bleibt der Preis. 179,99 Euro für die Maus und 59,99 Euro für das Mauspad muss man erst einmal ausgeben wollen.
Wer seine Gaming-Hardware hauptsächlich nach dem Preis auswählt, wird deshalb woanders wahrscheinlich glücklicher. Wer allerdings Freude an hochwertiger Technik hat, Wert auf Verarbeitung legt und lieber einmal etwas mehr für ein wirklich gutes Produkt bezahlt, bekommt hier ein ausgesprochen starkes Gesamtpaket.
Die Viper und das Gigantus gehört für uns in diese Kategorie.
Gesamtbewertung: 97 %
Razer liefert mit der Viper V4 Pro und dem Gigantus V2 Pro ein hervorragend aufeinander abgestimmtes Setup für kompetitive Spieler. Präzision, niedriges Gewicht, starke Akkulaufzeit und die unterschiedlichen Mauspad-Abstimmungen greifen überzeugend ineinander.
Für dieses Gesamtpaket erhält das Duo unseren Award für das beste kompetitive Gaming-Setup des Jahres.

Gaming-Maus einfach erklärt: Was bedeuten DPI, Polling Rate, IPS und Co.?
Dieser Bereich ist als kleines Nachschlagewerk für Leser gedacht, die mit den technischen Begriffen rund um Gaming-Mäuse noch nicht täglich zu tun haben.
DPI
DPI steht für „Dots per Inch“ und beschreibt vereinfacht die Empfindlichkeit der Maus. Je höher der Wert, desto weiter bewegt sich der Mauszeiger bei derselben Handbewegung.
Hohe DPI bedeuten nicht automatisch eine bessere Maus.
Polling Rate
Die Polling Rate beschreibt, wie oft die Maus Daten an den Computer überträgt.
Bei 1.000 Hz passiert das bis zu 1.000-mal pro Sekunde, bei 8.000 Hz entsprechend bis zu 8.000-mal.
IPS
IPS bedeutet „Inches per Second“ und gibt an, wie schnell eine Maus bewegt werden kann, ohne dass der Sensor die Bewegung nicht mehr sauber erkennt.
G-Beschleunigung
Der G-Wert beschreibt, welche Beschleunigung ein Sensor noch zuverlässig erfassen kann.
90 G entsprechen dem 90-Fachen der normalen Erdbeschleunigung.
Latenz
Unter Latenz versteht man die Verzögerung zwischen einer Eingabe und ihrer Verarbeitung.
Je niedriger sie ausfällt, desto schneller reagiert das System.
Claw Grip
Beim Claw Grip liegen die Finger leicht angewinkelt auf der Maus und erinnern dabei etwas an eine Kralle.
Diese Haltung wird häufig bei schnellen und kompetitiven Spielen genutzt.
Fingertip Grip
Beim Fingertip Grip wird die Maus hauptsächlich mit den Fingerspitzen bewegt. Die Handfläche liegt kaum oder gar nicht auf der Maus.
Flick-Shot
Ein Flick-Shot ist eine sehr schnelle und gezielte Bewegung des Fadenkreuzes auf einen Gegner, wie sie vor allem in Shootern vorkommt.
Lift-off-Distance
Die Lift-off-Distance beschreibt, wie weit eine Maus angehoben werden kann, bevor ihr Sensor keine Bewegung mehr registriert.
Optische Switches
Optische Switches erkennen einen Tastendruck über Licht statt ausschließlich über klassische mechanische Kontakte.
Das kann schnelle Reaktionszeiten und eine hohe Lebensdauer ermöglichen.
HyperSpeed Wireless
HyperSpeed Wireless ist Razers eigene 2,4-GHz-Funktechnik für Gaming-Peripherie und auf möglichst geringe Verzögerungen ausgelegt.
Dongle
Ein Dongle ist der kleine USB-Funkempfänger, über den die kabellose Maus mit dem Rechner kommuniziert.
FPS und Bildwiederholrate
FPS steht für „Frames per Second“ und beschreibt, wie viele Bilder ein Spiel pro Sekunde berechnet.
Die Bildwiederholrate des Monitors wird dagegen in Hertz gemessen. Ein 240-Hz-Monitor kann sein Bild bis zu 240-mal pro Sekunde aktualisieren.
Control, Balance und Speed
Bei Mauspads steht Control für mehr Reibung und stärkere Bremswirkung.
Speed bietet weniger Widerstand und ein leichteres Gleiten.
Balance versucht, beide Eigenschaften miteinander zu verbinden.




