Ein digitales Museum der Spiele – warum ein Archiv plötzlich verschwindet
In der Gaming-Szene spielt der Begriff „Game Preservation“ eine immer größere Rolle. Während Filme und Bücher oft systematisch archiviert werden, drohen viele Videospiele mit der Zeit zu verschwinden. Alte Datenträger zerfallen, Studios schließen und Lizenzrechte laufen aus.
Ein Projekt, das genau dieses Problem adressiert, ist Myrient. Die Plattform gilt lange als eines der umfangreichsten Archive für klassische Spiele und stellt sorgfältig organisierte ROM-Sammlungen und Disk-Images für Retro-Fans bereit. Insgesamt umfasst die Datenbank mehr als 390 Terabyte an Dateien – eine riesige Sammlung digitaler Spielegeschichte.
Doch Anfang 2026 kündigt der Betreiber überraschend an, dass der Dienst eingestellt werden muss. Der Grund ist vor allem finanzieller Natur. Der Webmaster erklärt, dass die monatlichen Kosten für Server und Infrastruktur inzwischen deutlich höher liegen als erwartet. Laut seinen Angaben verursacht der Betrieb der Plattform monatliche Verluste von rund 6000 US-Dollar.
Neben steigenden Hardwarepreisen nennt er weitere Probleme. Einige Nutzer greifen über kostenpflichtige Downloadmanager auf die Dateien zu, wodurch zusätzliche Belastungen für die Server entstehen. Gleichzeitig fehlen Werbeeinnahmen, da Myrient bewusst auf Werbung verzichtet.
„100 % gesichert“ – wie die Community das Archiv rettet
Kurz nach der Ankündigung entsteht jedoch eine ungewöhnliche Rettungsaktion. Freiwillige aus der Retro-Gaming-Community starten ein neues Projekt namens Minerva Archive, dessen Ziel klar definiert ist: Die komplette Sammlung von Myrient sichern, bevor die Seite endgültig offline geht.
Das System funktioniert über eine koordinierte Zusammenarbeit vieler Helfer. Freiwillige laden Teile des Archivs herunter und übertragen sie anschließend auf neue Server. Durch diese verteilte Arbeitsweise kann die enorme Datenmenge parallel gesichert werden.
Die Initiative entwickelt sich schnell zu einem globalen Gemeinschaftsprojekt. Hunderte Unterstützer beteiligen sich daran, Bandbreite bereitzustellen und die Dateien zu spiegeln. Wenige Wochen später folgt schließlich die entscheidende Nachricht. Die gesamte Sammlung wurde vollständig gesichert.
Damit bleibt ein bedeutender Teil der Videospielgeschichte erhalten. Für viele Retro-Fans ist das Archiv nicht nur eine Sammlung alter Spiele, sondern auch ein Dokument der Entwicklung der Branche – von frühen Konsolentiteln bis hin zu seltenen PC-Veröffentlichungen.
FAQ zum Myrient-Archiv
Was ist Myrient?
Ein großes Online-Archiv für Retro-Spiele, das ROM-Sammlungen und Disk-Images bereitstellt.
Wie groß ist die Sammlung?
Mehr als 390 Terabyte an Spieldaten.
Warum wird Myrient geschlossen?
Hohe Serverkosten, steigende Hardwarepreise und fehlende Einnahmen machen den Betrieb langfristig zu teuer.
Was ist das Minerva Archive?
Ein Community-Projekt, das die gesamte Myrient-Sammlung sichern soll.
Wurde das Archiv tatsächlich gerettet?
Ja, laut Projekt wurde die komplette Sammlung bereits gesichert.
Warum ist Game Preservation wichtig?
Viele alte Spiele verschwinden, wenn Studios schließen oder Lizenzrechte auslaufen.
Sind alle Spiele aus dem Archiv offiziell erhältlich?
Nein. Viele Titel sind auf modernen Plattformen nicht mehr verfügbar.
Wann sollte Myrient ursprünglich schließen?
Die Abschaltung war für den 26. März angekündigt.



























